Entwicklungen Fliegerabwehr

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
Timor
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von Timor »

iceman hat geschrieben: So 17. Mär 2024, 20:08
kapfe1933 hat geschrieben: Fr 15. Mär 2024, 07:02
chuckw hat geschrieben: Do 14. Mär 2024, 20:47 Lt. Oberst Bauer wird das Jägerbataillon 8 in ein Fliegerabwehrbataillon umgewandelt.

Vielleicht reicht es für eine Schutzoperation, keinesfalls für eine Verteidigung.
Wobei, welches europäisches Land kann sich noch alleine verteidigen, ausser F und GB?
Naja, gerade die skandinavischen Länder wie Finnland sind hier sicher vorne dabei. Ebenso Polen... Schweiz ist alles in allem ebenfalls nicht so schlecht aufgestellt, trotz Ausrüstungslücken.
Bei uns wäre selbst 2032 eine Schutzoperation eher utopisch, mit 54 Leo A4 ein paar M109 und 15 Eurofightern, da hilft eine moderne Luftabwehr und Hubschrauber dann auch nur bedingt. Zudem ja, gravierende Ausrüstungslücken mal außer Acht gelassen, bei uns nicht mal ein Wehrwille existiert.
Timor
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von Timor »

Was ich mich vielmehr Frage, wie sieht es denn jetzt mit der Beschaffung von Iris t aus? Dass war letztes Jahr in allen Medien und seitdem hört man davon nichts mehr. Ebenso dass man gar zusätzlich Patriot beschaffen will. Bis wann soll denn bei diesen System der Kauf unterzeichnet werden? 5-10 Jahre dauert die Implementierung eines solchen Waffensystems, lt. Hofbauer. Und bis 2032 will man laut dem obigen Träumer angeblich verteidigungsfähig sein, dass heißt sämtliche Geräte sollten bis dorthin ja voll einsatzbereit am Hof stehen: Iris T, M346, 12 zusätzliche Black Hawks, Pal und Par Nachfolger, Ulan Evo, C390, zusätzliche Hägglunds und Dingos, hunderte neue Lkw, Pinzgauer Nachfolger, hunderte neue (bewaffnete) Drohnen,sowie die modernisierten Ulan und Leopard und Pandur Evo.

Wir haben Mitte 2024 und von den obigen genannten Dingen fehlt noch bei sehr vielen überhaupt der Kauf. Von Wartezeit über Einführung bis zur vollen Einsatzfähigkeit ganz zu schweigen. Da wird 2032 sehr knapp...
iceman
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von iceman »

Im Juli beginnt die Urlaubszeit und Neuwahlen gibt es im Herbst auch noch...
theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

theoderich hat geschrieben: Mo 24. Okt 2022, 14:15Sachausschreibung für REQUEST FOR INFORMATION - Nachfolge Aufklärungs- und Zielzuweisungsradar
TESCH Stefan: Tiefflieger auf dem Schirm, in: Militär Aktuell, H 1 (2024), p. 32-36
Doch beim Thema Drohnen reichen die bestehenden Systeme trotzdem nicht aus. Es sei aber etwas in der Pipeline, lässt der Bataillonskommandant durchklingen. Das Dilemma bei der Erkennung von kleinen Drohnen ist aber: "Man benötigt damit mehr Leistung am Radar, was wiederum zulasten der Reichweite geht", schildert Burgstaller. So wird es künftig auch ein Short-Range-Radar geben, das im Radius von circa 40 Kilometern einen Schirm um ein Schutzobjekt aufzieht. Burgstaller schätzt mit 2025 die ersten Prototypen zu testen und bis 2028 solche System implementiert zu haben.
Phoenix
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von Phoenix »

Aber macht den Short Range Bereich nicht genau die MSU der Skyguard? Oder ist das zusätzliche Radar für SLS Batterien gedacht? Und kommen eigentlich eigene Drohnenabwehrsysteme zusätzlich wie die von Rheinmetall getesten die ins neue Führungssystem eingebunden werden.
theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

So wie ich das sehe wird es künftig bei den Brigaden, dem Fliegerabwehrbataillon bzw. dem Radarbataillon drei verschiedene Radarsysteme für den Short Range-Bereich geben:
Wieso der Kommandant des Radarbataillons hier von "40 Kilometern" spricht, kann ich aufgrund der Informationslage nicht nachvollziehen.
muck
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von muck »

Zum Thema Drohnenabwehr, zur Verdeutlichung der Bedrohung:

Der ukrainische Geheimdienst hat in der Nacht auf den 05. April mit wahrscheinlich deutlich über 60 UCAV zwei Fliegerhorste und einen Armeeflugplatz angegriffen. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben 6 Jagdbomber Su-34 und 2 Erdkampfflugzeuge Su-25 zerstört, sowie 8 Su-34 und 3 Langstreckenbomber Tu-95 beschädigt. (Zumindest hinsichtlich der Su-34 sind die Angaben absolut glaubhaft, die Bilder im Netz vom Fliegerhorst Morosowsk haben etwas von Pearl 'Harbour').

Das zeigt die Verwundbarkeit gerade von Einrichtungen der Luftstreitkräfte. Meiner Ansicht nach werden westliche Armeen nicht umhinkönnen, in puncto Flugabwehr erheblich aufzurüsten, und zwar gerade im Bereich der Rohrwaffen (und mittelfristig Hochenergiewaffen). Mit Raketen allein wird man dieser Bedrohung niemals Herr, außerdem sind die Kosten zu hoch.
Woyzeck
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von Woyzeck »

Es zeigt auch, wie schlecht heutige Sensoren Drohnen überhaupt wahrnehmen bzw. diese als Langsamflieger auf dem Lagebild erkannt werden, dass sie im Streckenflug ohne zufällig vor Ort befindliche FlA-Waffen kaum bekämpfbar sind bzw. dass die Nahbereichs-FlA vollautomatisiert sein muss. Ein Überraschungsangriff hunderte Kilometer hinter der Front auf einen sicher gut überwachten Flughafen ist schon bedenklich. Und die russische FlA ist grundsätzlich weder von der Anzahl, noch von der Leistungsfähigkeit so schlecht.
muck
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von muck »

Vielleicht, aber ich bin anderer Meinung.

Da die Russen Wracks präsentieren konnten, wurden durchaus Drohnen abgeschossen, möglicherweise (ihren Angaben zufolge) bis zu 59 Stück. Und eine lückenlöse Überwachung insbesondere der Anflugkorridore ist unmöglich. Es wurde übrigens auch verschiedentlich die Theorie geäußert, dass der Angriff der pro-ukrainischen russischen Freiwilligenverbände auf die Oblasten Belgorod und Kursk gerade zu dem Zweck diente, diese Korridore zu eröffnen, denn so wurde ein Einsickern von Saboteure auf russisches Staatsgebiet vereinfacht, und mobile Flugabwehreinheiten mussten zurückgezogen werden.

Aber jetzt übertragen wir das Szenar mal auf mittel- und westeuropäische Verhältnisse.

Wie viele aktive Fliegerhorste haben Österreich, die Schweiz, Deutschland? Und wie viele potentielle Fliegerhorste, sprich, Ausweichlandeplätze, von denen aus Kampfflugzeuge bedarfsweise operieren könnten? Die Russen haben 96 aktive Fliegerhorste und Armeeflugplätze, und weiß der Himmel wie viele Ausweicheinrichtungen.

Wenn aber ein Angreifer seine Kräfte nicht mehr splitten muss, um einen möglichst großen Effekt zu erzielen (und im Falle der Ukraine geht es immerhin darum, Terrorangriffe auf Zivilisten zu unterbinden), kann er sich auf einige wenige Orte konzentrieren und die bodengebundene Verteidigung schlicht überwältigen. Das stimmt mich sehr bedenklich.

Diesmal waren es wohl zwischen 60 und 100 UCAVs. Beim nächsten Mal könnten es doppelt so viele sein.
maro-airpower
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von maro-airpower »

theoderich hat geschrieben: Di 2. Apr 2024, 18:45
Doch beim Thema Drohnen reichen die bestehenden Systeme trotzdem nicht aus. Es sei aber etwas in der Pipeline, lässt der Bataillonskommandant durchklingen. Das Dilemma bei der Erkennung von kleinen Drohnen ist aber: "Man benötigt damit mehr Leistung am Radar, was wiederum zulasten der Reichweite geht", schildert Burgstaller. So wird es künftig auch ein Short-Range-Radar geben, das im Radius von circa 40 Kilometern einen Schirm um ein Schutzobjekt aufzieht. Burgstaller schätzt mit 2025 die ersten Prototypen zu testen und bis 2028 solche System implementiert zu haben.
In der Ukraine wurden in der Tiefe "mobile Gruppen" gebildet.
Das sind zahlreiche sehr unterschiedlich ausgerüstete Verbände die mit einer Bandbreite an Fahrzeugen (viele Pickups) und Kalibern (von Maxim, modernes 7,62MG, 0.5, 14,5, 20mm, 23mm, 30mm, vereinzelt auch schwerere Kaliber) die Shaheds mit Sperrfeuer bekämpfen.
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Das Sensornetzwerk besteht aus tausenden Mikrofonen, die das Drohnengeräusch identifizieren, triangulieren und einen Track kreieren. Der ist zwar nicht 100%, aber zur Vorwarnung der einzelnen Gruppen, in welche Richtung sie Ausschau halten müssen, reichts.

Leider fehlt uns inzwischen die 2cm. Trotzdem glaube ich wären wir sehr gut aufgestellt, wenn der Skyranger dann mal da ist. Unser Skyranger-Pandur hat entgegen des Rheinmetall-Ursprungsentwurfes einen vierten Sitz für einen Gruppenkommandanten. Wenn man zumindest einen Teil der normalen Pandurs sonst nicht braucht kann man Gruppen aus eine Skyranger+ 2x3 Pandur zusammenstellen. Da deckt man dann schon gut Fläche ab. In der Mitte den Skyranger mit dem Radar und dem Koordinator und je 3km links und rechts je drei Pandur - macht einen ~8km Riegel wo ich in der Mitte entweder die 3cm oder die Mistral bzw. an den Rändern je drei Mal 0.5er Kreuzfeuer auf ein niedriges Luftziel bringe.

Und die APKWS würd ich halt immer noch gern sehen bei uns.
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