Medienberichte 2026

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
iceman
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von iceman »

Bedenken die auch, dass 100 Tage Milizübungen deutlich teurer sind als 60 Tage???

SPÖ Vosschlag: 6 plus 2
ÖVP: 6 plus 2 plus 1

Lösung/Kompromiss: 7 plus 1
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

1,5 Mio. Euro
Bundesheer saniert Franz-Joseph-Kaserne

https://osttirolerbote.at/aktuelles/ost ... ph-kaserne
iceman
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von iceman »

Doppeladler hat geschrieben: Di 23. Jun 2026, 16:29 Ständig hinterfragen und weiterentwickeln muss ich doch in jeder Struktur. Ich muss ein System, das ich loswerden möchte, nicht (weitgehend) perfektionieren, bevor ich es ändern darf.
Ich möchte hier noch anmerken, dass es früher seitens des bmlv immer geheißen hat, man kann nicht effizienter werden, weil das einfach Geld kostet. Man hatte zum Sparen quasi kein Geld, seit ein paar Jahren ist das aber eigentlich anders.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von iceman »

theoderich hat geschrieben: Do 25. Jun 2026, 17:18 1,5 Mio. Euro
Bundesheer saniert Franz-Joseph-Kaserne

https://osttirolerbote.at/aktuelles/ost ... ph-kaserne
Eine Grosskaserne wie in Villach wäre toll.
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Beitrag von theoderich »

Klaudia Tanner im Interview

https://www.oe24.at/a/klaudia-tanner-im ... -900095131

iceman hat geschrieben: Do 25. Jun 2026, 20:41 Eine Grosskaserne wie in Villach wäre toll.
Sehen Sie sich die Widmung der Grundstücke in Lienz an: Die Franz-Josefs-Kaserne in Lienz ist von Wohngebieten bzw. Mischgebiet umgeben. Dort bauen Sie keine Großkaserne.

Das Gebiet der Franz-Josefs-Kaserne ist schon seit 2005 vom Land Tirol im Raumordnungsprogramm zur baulichen Freihaltung als "Standortraum Einkaufszentren - Betriebstyp B" ["SG-EKZ" ... Standortgemeinde EKZ Lienz (Betriebstyp B)] vorgesehen.
Zuletzt geändert von theoderich am Sa 27. Jun 2026, 12:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von theoderich »

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner über Eurofighter, Wehrdienstreform und Italien-Kooperation

https://militaeraktuell.at/verteidigung ... ia-tanner/
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Beitrag von theoderich »

Wehrdienst – warum die Zeichen auf „Reförmchen“ stehen
In den koalitionsinternen Verhandlungen um die von der ÖVP angestrebte Verlängerung der Wehrpflicht gibt es nach einer Sitzung "auf technischer Ebene" am Mittwoch kaum mehr Bewegung, berichten Insider. Die Vorzeichen stünden mittlerweile auf "Reförmchen statt Reform", heißt es weiter.

Demnach dürfte das von Kanzler Christian Stocker (VP) propagierte und Ende Jänner von der Wehrdienstkommission um Erwin Hameseder empfohlene Modell "Österreich plus" für SPÖ und Neos vom Tisch sein. Dort wurde Stockers Alleingang, die Verlängerung von Wehrdienst (von sechs auf acht Monate) und Zivildienst (von neun auf zwölf) notfalls im Herbst einer Volksbefragung zu unterziehen, als grobes Foul zurückgewiesen. Mittlerweile hat Stocker die Idee still entsorgt.

Der rot-pinke Groll trifft aber auch Hameseder und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (VP). Der Vorwurf an das Duo: Zwar sei eine 23-köpfige, annähernd alle Gesellschaftsgruppen abdeckende Kommission eingerichtet worden, stimmberechtigt waren am Ende aber nur zehn Personen - neben Generalmajor Hameseder und Stellvertreter Walter Feichtinger Vertreter des Verteidigungsministeriums, der Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer und des ÖGB. Insgesamt ein Mix, so der Vorhalt, bei dem sich Tanner sicher sein konnte, dass die gewünschte Variante den Vorzug erhält.

Vor diesem Hintergrund kamen zuletzt Gegenmodelle von beiden Seiten: Ende Mai schlug SP-Wehrsprecher Robert Laimer vor, bei sechs Monaten Wehrdienst bzw. neun Monaten Zivildienst zu bleiben und verpflichtende Miliz- und Zivilschutzübungen im Umfang von zwei Monaten anzuhängen. Neos-Generalsekretär Douglas Hoyos sprach sich danach für einen freiwilligen Wehrdienst (dann aber mindestens zwölf Monate) aus, der nur bei Bedarf seitens des Bundesheeres in eine Pflicht umzuwandeln wäre. Letzteres Modell wies Hameseder als "völlig inakzeptabel" zurück.

Womit die SP-Variante als Minimalkompromiss ins Zentrum des Interesses rücken könnte. Denn bei aller Ablehnung des VP-Modells sollen SP-Chef Andreas Babler und Neos-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger Stocker signalisiert haben, dass man eine Reform zur Stärkung des Bundesheeres mittragen wolle. Der Kompromiss könnte vor der Sommerpause auf Spitzenebene vereinbart werden.
https://www.nachrichten.at/politik/inne ... 85,4185588


Heeresministerin Tanner auf Besuch bei Leonardo: Kampfjet-Erfolgsstory gesucht

https://www.derstandard.at/story/300000 ... ry-gesucht


Tanner gegen Parteipolitik bei Beschaffung und Wehrpflicht

https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... art-658732


Was Klaudia Tanner auf einem Luftwaffenstützpunkt in Italien tut
Die Verteidigungsministerin nimmt dankend an, und vermutlich muss man an dieser Stelle erklären: Was tut Österreichs Verteidigungsministerin in Italien?

Anlässe gibt es zuhauf.

Der eine ist dieser: Rom und Wien rücken, salopp formuliert, militärisch immer enger zusammen. Die Armeen üben gemeinsam (etwa bei der Übung „Wechselland 26“, Anm.). Und zuletzt hat das Bundesheer beim italienischen „Leonardo“-Konzern Hubschrauber und Jets in Höhe einer Milliarden Euro geordert.

Hinzu kommt: Weil sich die Vereinigten Staaten aus der Rolle des Weltpolizisten zurückziehen, müssen sich die Staaten der EU - ob Nato oder nicht - neu organisieren. Auch das haben Tanner und ihr Amtskollege Guido Crosetto in einem „Letter of Intent“ in Rom festgehalten - man vertraut einander und kooperiert bei Beschaffungen und Projekten wie der Drohnen- und Raketenabwehr.

Und ein letzter Grund, warum die Verteidigungsministerin in einer Militärmaschine nach Decimomannu fliegt, ist die International Flight Training School (IFTS), in der Österreichs Kampfpiloten trainieren, bevor sie etwa den Eurofighter pilotieren.

Campus-Feeling

In Decimomannu wird Tanner ein neues, in dieser Form besonderes Trainingskonzept gezeigt: Die IFTS ist ein „Campus“ im sprichwörtlichen Sinne. Für die 80 Flugschüler, die ganzjährig auf 22 Maschinen trainieren, wurden Apartments, ein Fitnessstudio, eine Kantine und sogar eine Schwimmhalle gebaut. „Wo wir stehen, da waren bis vor kurzem nur Gras und Erde“, sagt Francesco Vestito. Der Generalleutnant ist in Italiens Luftwaffe für die Pilotenausbildung verantwortlich. Es sei ein Paradigmen-Wechsel gewesen, die Industrie so eng ans Militär heranzuführen. „Wir mussten einige Gesetze ändern“, sagt Vestito. Mittlerweile funktioniert die Kooperation beispielhaft. Ein Vertreter des Leonardo-Konzerns erklärt das so: „Die Luftwaffe sagt uns, was sie braucht, und wir stellen es bereit - zum Beispiel die gesamte Wartung.“

Tanner ist anzusehen, dass sie das Tempo, mit dem die Italiener den Campus hochgezogen haben, beeindruckt.

Die wehrpolitischen Themen in Österreich sind in den wenigen Stunden auf Sardinien kurz weg - und doch irgendwie nahe.

Während die Ministerin durch die Wartungshalle geführt wird, ergibt sich eine Neuerung bei der Wehrpflicht: Bekannte SPÖ-Vertreter wie der frühere Generalstabschef Edmund Entacher und der vormalige SPÖ-Niederösterreich-Chef Franz Schnabl haben ein Papier unterschrieben, in dem sie das von der ÖVP favorisierte Modell „8 plus 2“ verteidigen.

Und auch die Nachbeschaffung der Eurofighter ist Thema - allein deshalb, weil die Journalisten danach fragen. Tanner gibt sich beim Thema optimistisch: „Das Bekenntnis zur Nachbeschaffung wurde im Ministerrat beschlossen“, sagt sie zum KURIER. Die Regierung arbeite „über den Sommer“ die Details aus, gleichwohl würden die Raten (für den Ankauf der neuen Jets, Anm.) „nicht sofort“ schlagend. Und „die zehn Milliarden Euro sind eine Schätzung.“

Wozu noch mehr Jets?

Als es spätabends erst nach Rom und danach weiter nach Wien geht, erzählt Tanner von der Herausforderung bei der Nachfolge für den Eurofighter. „Natürlich besteht die Gefahr, dass die Bevölkerung sagt, `Wir haben die Trainingsjets - wozu noch mehr Jets?`“

Das müsse man als Politik erklären. Aber die Ministerin hat das Gefühl, dass viele Wähler weiter seien als so mancher Politiker. Das Empfinden sei anders als bei der Beschaffung der Eurofighter vor zwei Jahrzehnten. Für Tanner ist das kein Gefühl, sondern messbar. „Trotz Spardrucks sagt mehr als die Hälfte der Österreicher, dass das Bundesheer mehr Geld braucht. Das Verständnis dafür, was militärische Landesverteidigung bedeutet, hat sich enorm verändert.“
https://kurier.at/politik/inland/klaudi ... /403172272
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Muss man sich auf Krieg in Mitteleuropa einstellen? „Den gibt es bereits heute“
Harald Zierfuß (ÖVP), Anne-Sophie Bauer (Grüne), Yannick Shetty (Neos), Marina Hanke (SPÖ) und Marlene Svazek (FPÖ)
Muss man sich in den nächsten Jahrzehnten auf Kriege in Mitteleuropa einstellen?

Yannick Shetty: Es gibt bereits heute Krieg in Mitteleuropa, er wird nur hybrid geführt. Unsere Infrastruktur und demokratische Institutionen sind im Visier feindlicher Mächte. Neue Technologien wie KI, Drohnen oder Satelliten-Internet verändern die Kriegsführung radikal. Auf diese Bedrohung gibt es nur eine Antwort: Mehr europäische Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigungspolitik, statt eine Mauer rund um Österreich zu bauen.

Marina Hanke: Nein. Mich treibt um, wie wir aktuellen Kriegen begegnen. Täglich werden Familien zerrissen, Zukunft zerstört. Stimmen für Frieden werden leiser und belächelt, während Härte und Entmenschlichung zur Gewohnheit werden und Diplomatie an Boden verliert. Vernunft und Mut zum Dialog statt Eskalation müssen Richtschnur sein.

Harald Zierfuß: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, das zeigt die Lage nur wenige hundert Kilometer von uns entfernt. Österreich muss daher seine Landesverteidigung ernst nehmen und in Sicherheit investieren, statt sich allein auf die Neutralität als Schutzschild zu verlassen. Wachsamkeit und Wehrfähigkeit sind eine notwendige Vorsorge für eine sichere und selbstbestimmte Zukunft.

Marlene Svazek: Nicht zwangsläufig, aber Frieden ist kein Automatismus, sondern erfordert Resilienz und Stärke. Die Stabilität unseres Kontinents und seiner Nationalstaaten setzt wirtschaftliche Prosperität auf Basis einer vernünftigen Standortpolitik ebenso voraus wie strategische Handlungsfähigkeit und eine ausgewogene Außenpolitik.

Anne-Sopie Bauer: Ich hätte mir nie gedacht, dass mich Schulkinder einmal fragen, ob sie in den Krieg ziehen werden müssen. Wir sind es ihnen schuldig, alles dafür zu tun, dass es nicht so weit kommt. Frieden braucht Stärke, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Verteidigungsfähigkeit. Wehrhaft sind Demokratien dann, wenn alle in stabilen, guten Verhältnissen leben und sich gegen autoritäre Kräfte von innen und von außen wehren können.
https://www.diepresse.com/33242314/muss ... eits-heute

Zuletzt geändert von theoderich am Sa 27. Jun 2026, 16:48, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Bundesheer verfehlt Autarkieziel

27.6.2026, 7.10 Uhr
Ö1 Morgenjournal
Julia Schmuck (ORF): "Wie gut sich das Bundesheer selbst versorgen kann, wenn es etwa zu einem Blackout kommt, unser nächstes Thema. Da zeigt sich jetzt, dass das Bundesheer seine selbst gesteckten Ziele nicht erreicht. Bis Ende 2025 wollte das Heer alle seine rund hundert Standorte autark machen. Felix Novak berichtet."

Felix Novak (ORF): "Zumindest 14 Tage soll sich jede Bundesheereinrichtung selbst versorgen können. Mit Strom und Treibstoff, aber auch etwa mit Lebensmitteln und Wasser. Dieses Ziel ist vor fünf Jahren ausgegeben worden. Tatsächlich autark waren Ende 2025 allerdings nur 39 von 94 Einrichtungen. Das steht im jüngsten Landesverteidigungsbericht.

Mittlerweile sei diese Zahl immerhin auf 59 gestiegen, sagt Bundesheersprecher Marcel Taschwer. In vielen Fällen würden nur noch einzelne Teilbereiche fehlen."

Mjr Marcel Taschwer: "Wenn wir grundsätzlich mal von den drei Tagen Autarkie sind wir aufgrund der Lehren des Ukrainekrieges weggekommen zu 14 Tagen Autarkie. Und das bedeutet, dass man eben in den Teilbereichen über nacharbeiten muss: Strom, Wasser, Wärme, Treibstoff, Verpflegung. Und das hat sich natürlich auch durch Corona, durch die Covid-Krise, verzögert. Bzw. auch, so wie ma's als ,Häuslbauer', sag' ich jetzt einmal, kennt, gibt's dann einfach Lieferverzögerungen. Aber bis Ende 2026 soll das alles abgeschlossen sein."

NOVAK: "Mehr Autarkie für Kasernen - dieses Ziel ist nicht neu. Schon vor knapp einem Jahrzehnt wollte das der damalige Verteidigungsminister Mario Kunasek, FPÖ, erreichen. Seine Nachfolgerin, Klaudia Tanner, ÖVP, hat noch einmal nachgeschärft. Im Aufbauplan des Bundesheers ist Autarkie eine der drei zentralen Säulen. Wichtig insbesondere im Fall eines Blackouts, also eines großräumigen und länger andauernden Stromausfalls, sagt Taschwer."

TASCHWER: "Gerade wenn wir über den Bereich des Blackouts sprechen, sind wir, das Bundesheer, natürlich auch die strategische Reserve der Republik und müssen hier handlungsfähig bleiben. Wir wären in einem solchen Szenario Erstanlaufstelle für Blaulichtorganisationen, die dann in weiterer Folge auch die Bevölkerung unterstützen."

NOVAK: "Ein solches Blackout könne auch künstlich herbeigeführt werden, als Teil hybrider Kriegsführung. Darauf verweist der Militärexperte Walter Feichtinger. Gerade Russland sei hier bekanntlich sehr aktiv. Und gerade in Österreich gäbe es in Sachen Autarkie Nachholbedarf."

Bgdr iR Walter Feichtinger: "Die Autarkie ist sicher ein Aspekt, der bisher vernachlässigt wurde. Ganz generell. Weil man einfach nicht gedacht hat, dass Abhängigkeiten sich ins Negative verkehren können. Daher ist der Gedanke der Autarkie, also im Bedarfsfall möglichst unabhängig zu sein, absolut nachzuvollziehen und zu verstehen. Und dass hier viel zu tun ist, das ist klar."

NOVAK: "Diese Autarkie müsse vom Kleinen ins Große gedacht werden, so der Militärexperte. Also etwa von der Kommunikation ausgehend bis hin zu den großen Waffensystemen."
https://orf.at/av/audio/150194

https://oe1.orf.at/player/20260627/835736/1782537046000



https://bsky.app/profile/bundesheerbaue ... bdh5hii223
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Angriff auf Österreich:
Wie das Bundesheer den Ernstfall probt
Eine halbe Stunde später ist der Spuk vorbei, der Feind ausgeschaltet und Bromberg befreit. Die Operation gilt als gelungen, laut Simulationssystem gab es neun Tote und 19 Verletzte aufseiten der Angreifer. In der Nachbesprechung wird lange darüber diskutiert, wie diese Opfer hätten vermieden werden können, Generalmajor Philipp Ségur-Cabanac zeigt sich dennoch zufrieden.

Der Kommandant der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt trägt die Verantwortung für die jungen Offiziersanwärter, denen hier das Führen im Ernstfall beigebracht wird. „Einige kleine Fehler gab es schon“, sagt er.

Fehler, die so früher eher nicht passiert wären.

Auf dem Weg nach Bromberg hatten sich die Angreifer „verorientiert“, wie es im Militärjargon heißt. Der Zug verpasste eine Abzweigung, die schweren Truppentransporter mussten auf der schmalen Straße wenden und zurückfahren. „Verorientiert“ hat sich in den Augen der Soldatinnen und Soldaten auch das ganze Land. Nach Jahrzehnten des Sparens sucht Österreich einen neuen  Weg im Umgang mit der Landesverteidigung.

Die Einsparungen haben dem Bundesheer zugesetzt, es fehlt an Ausrüstung, Expertise und gut ausgebildetem Personal. „Durch das Zusammenschrumpfen ist viel wertvolles Wissen verloren gegangen“, sagt Ségur-Cabanac. Früher habe es mehr Übungen im Gelände gegeben, in den vergangenen Jahren seien die Soldaten in die Kasernen „verräumt“ worden. Militärübungen wie jene in der Buckligen Welt sind selten geworden, jetzt sollen sie wieder jährlich stattfinden.

Soldaten im Vorgarten, Panzer auf den Straßen, Schusswechsel im Wald – muss das sein?

Um sich auf den Ernstfall vorzubereiten, sei das Üben im echten Gelände nötig, sagt Ségur-Cabanac. Das habe auch die Bevölkerung erkannt. Im Trainingsgebiet im südlichen Niederösterreich sei man mit offenen Armen empfangen worden. In der Marktgemeinde Pitten gab es eine Feldmesse, danach Frühschoppen und Waffenschau, Gasthäuser luden zum Fußballschauen.

„Das Bundesheer ist wieder präsenter geworden, denn die Menschen sorgen sich um die Sicherheit Europas“, sagt der Kommandant der Militärakademie. Die Übungen für den Einsatz zur Landesverteidigung hätten einen beruhigenden Effekt auf die Bevölkerung: „Wir erfahren viel Zuspruch hier in der Buckligen Welt.“

Das Bundesheer, so scheint es, hat sein Image signifikant verbessert, das sagen auch die jungen Soldaten. Das Heer sei jetzt beliebt, erzählt ein junger Oberleutnant. „Früher wurden wir als Trotteln gesehen, die nur saufen, heute gelten wir als Profis.“ Vor ein paar Tagen sei er beim Friseur im Dorf gewesen, dort habe man ihm für seinen Dienst gedankt. „Das zweite Mal in meiner Karriere“, sagt der Mann, der seit 2019 beim Bundesheer ist. Die Bevölkerung habe die Bedrohungslage erkannt und ihre Einstellung gegenüber den Soldaten geändert.

„Die Zeiten der Folklore sind vorbei“

Österreichs Bundesheer hatte lange etwas Folkloristisches. Sichtbar wurden die Truppen am Nationalfeiertag bei der Waffenschau am Wiener Heldenplatz, relevant wurden sie bei Überschwemmungen oder nach Stürmen, wenn sie Katastrophenhilfe leisteten.

Doch mit Russlands Angriff auf die Ukraine ist die Welt durcheinandergeraten. Die Bedrohungslage hat sich auch für Österreich verschärft, und alle Parteien sind sich einig, dass mehr in die Landesverteidigung investiert werden muss. Die Krise hat das Bundesheer aufgewertet und ihm zu neuem Selbstbewusstsein verholfen. Plötzlich gibt es mehr Geld, und den Soldaten wird wieder zugehört.

„Die Zeiten der Folklore sind vorbei“, sagt Oberst Markus Reisner. Er steht im Schatten und beobachtet Soldaten am Rande eines Maisfeldes. Bei der Übung wird ein Drohnenangriff simuliert, die Männer schießen mit Knallmunition auf ein herannahendes Fluggerät und laufen dann Richtung Wald, um sich im Unterholz zu verstecken. In den vergangenen Jahren wurde Reisner zum bekanntesten Gesicht des Österreichischen Bundesheeres, der Imagewechsel ist zu großen Teilen ihm zu verdanken.

Für deutschsprachige Medien ist er ein gefragter Gesprächspartner, wenn es um den Krieg in der Ukraine geht. Reisner gibt pausenlos Interviews, erklärt die Entwicklungen an der Front, spricht im deutschen Fernsehen. Auch profil hat ihn in den vergangenen fünf Jahren regelmäßig interviewt.

Ein Radfahrer kommt den Hügel hinauf, sieht die Soldaten am Wegrand: „Hey Burschen, was macht’s ihr da?“ Der Ton ist freundlich, auch das habe sich verbessert, sagt Reisner. Die Bevölkerung müsse an das Bundesheer glauben, dann würde auch die Bereitschaft steigen, mehr Geld in die Landesverteidigung zu investieren.

Rund 1,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gibt Österreich aktuell dafür aus. Heuer fließen 4,76 Milliarden Euro in die Landesverteidigung, im kommenden Jahr 5,3, für 2028 sind 5,43 Milliarden geplant. Damit liegt das Heeresbudget auf einem Rekordhoch, vorgesehen war allerdings noch mehr. Im Landesverteidigungsbericht waren 6,2 Milliarden für 2027 und fast sieben Milliarden für 2028 disponiert. Bis 2032 soll das Verteidigungsbudget zwei Prozent des BIP ausmachen, das wären aktuell ungefähr zehn Milliarden Euro. Doch dieses Ziel ist mit dem neuen Sparbudget in weite Ferne gerückt.

Die Stimmung ist trotzdem gut, immerhin hat das Heer zuletzt einiges an Ausstattung bekommen, mehr ist geplant (siehe Grafik). Besonders stolz sind die Soldaten auf die kürzlich beschaffte Magni-X-Drohne aus Israel. 315 Stück stehen dem Bundesheer jetzt zur Verfügung, am Wechsel kommen sie zum ersten Mal bei einer Übung im Gelände zum Einsatz. Die Aufklärungsdrohne mit Wärmebildsensor, zehn Kilometer Reichweite und einer Flugdauer von bis zu einer Stunde schwirrt über das Maisfeld. Bald beginnt die Ausbildung von 600 Drohnenpiloten.

Kriege werden nicht mehr in erster Linie mit Panzern geführt, sondern mit Drohnen, das zeigt sich in der Ukraine. Nur: Worauf bereitet sich das Bundesheer eigentlich vor? Glauben die Soldaten etwa, dass Russland in Österreich einmarschieren könnte?

Es ginge nicht um den weitflächigen Einmarsch von Truppen, sagt Reisner, sondern um hybride Angriffe und räumlich begrenzte, kleinere Aktionen. Einen hybriden Krieg gegen Europa führt Russland bereits, Cyberangriffe auf die kritische Infrastruktur, Spionage und Sabotageakte nehmen zu.

Wie der Krieg nach Österreich kommen könnte, beschreibt der Militärexperte Franz-Stefan Gady in seinem kürzlich erschienenen Buch „Überfall“. In Gadys Szenario greift Russland Litauen an, es kommt zum Krieg gegen die NATO – und Österreich wird wegen seiner geografischen Lage mit hineingezogen. Die Neutralität schützt in diesem Gedankenspiel nicht, im Gegenteil.

Russland attackiert die Nachschubrouten, sprengt etwa die Europabrücke auf der Brennerautobahn und den Tauerntunnel. Russische Agenten greifen Kasernen, Bahnhöfe und Donauhäfen an. Ein paar Hundert Saboteure, ein paar Dutzend Drohnen und Marschflugkörper sowie Cyberangriffe genügen, um Österreich außer Gefecht zu setzen.

Gadys Beschreibungen eines möglichen Krieges in Österreich sind nicht aus der Luft gegriffen. Im Verteidigungsministerium befasst man sich mit ähnlichen Szenarien, und im „Aufbauplan 2032+“, der Strategie des Bundesheeres zur Landesverteidigung, werden die von Gady beschriebenen Gefahren ebenfalls genannt.

Auch Oberst Markus Reisner hält ein Szenario wie in „Überfall“ für möglich. In der Bevölkerung, glaubt er, setze sich die Erkenntnis durch, dass die Neutralität Österreich nicht vor Angriffen schützt.

Bild
Soldaten beim Üben der passiven Drohnenabwehr: Flucht in den Wald (Wolfgang Paterno)

„Für das Zusammenspiel der Soldaten braucht es die Milizübungen.“
Generalleutnant Erwin Hameseder, Milizbeauftragter


In den vergangenen Wochen hat Gadys Buch viel Medienaufmerksamkeit erhalten. Gelesen hat es auch Generalleutnant Erwin Hameseder. Der Raiffeisen-Generalanwalt ist Milizbeauftragter des Österreichischen Bundesheeres, Gadys Szenario hält er für durchaus wahrscheinlich. „Wir müssen uns leider darauf vorbereiten“, sagt er im Gespräch mit profil. Im Jänner legte eine Expertenkommission unter Hameseders Führung ihre Vorschläge zur Reform der Wehrpflicht vor: acht statt bisher sechs Monate Grundwehrdienst, dazu zwei Monate verpflichtende Milizübungen. Doch seither ist nichts geschehen.

Die ÖVP steht hinter dem „8 plus 2“-Modell, SPÖ und Neos wollen davon offenbar nichts wissen. Vor Kurzem hat die SPÖ vorgeschlagen, die Milizübungen im Ausmaß von zwei Monaten wieder einzuführen, aber den Wehrdienst bei sechs Monaten zu belassen. Und die Neos wollen gar eine Grundsatzdiskussion über die Landesverteidigung – und schlagen eine europäische Berufsarmee vor. Hameseder gibt sich fassungslos. „Für das Zusammenspiel der Soldaten braucht es die Milizübungen“, sagt er. In sechs Monaten Grundwehrdienst seien Soldaten nicht ausreichend ausgebildet, um im Gefecht zu überleben. Die Vorschläge von SPÖ und Neos seien nicht nachvollziehbar.

„Man konnte in gutem Glauben davon ausgehen, dass das Parlament innerhalb weniger Monate über das ,8 plus 2‘-Modell abstimmen wird“, sagt Hameseder. Mittlerweile ist ein halbes Jahr um, und bald gehen die Abgeordneten in die Sommerpause. Zuletzt soll eine Einigung immerhin näher gerückt sein. „Keine Entscheidung ist keine Option“, sagt Hameseder. Die Blockade schade dem Vertrauen der Bevölkerung in die Verteidigungsfähigkeiten des Landes.

Angeregt wurde die Debatte über eine Änderung der Wehrpflicht, weil die Miliz de facto nicht mehr funktioniert. Unter dem damaligen Verteidigungsminister Günther Platter (ÖVP) wurden die verpflichtenden Übungen 2006 abgeschafft, seither finden sich nicht genug Soldaten für die Miliz. In der Krise wird das zunehmend zum Problem.

In der Generation der etwa 35-Jährigen mangle es an Offizieren, sagt ein Soldat, der Ende der 1980er-Jahre zum Bundesheer stieß. Deshalb fehle es am Unterbau, an Leuten mit Fachausbildung. In den 1990er-Jahren gab es jährlich noch bis zu 300 Bewerber an der Militärakademie, mit dem Sparkurs sank die Zahl dramatisch, teilweise waren es gerade einmal 20 Kadetten pro Jahrgang. Aktuell steigen die Zahlen der Bewerberinnen und Bewerber wieder, 130 waren es beim Aufnahmeverfahren im Juli 2025, heuer sollen es rund 180 sein. Das Interesse daran, sich zum Offizier ausbilden zu lassen, ist so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Was treibt die jungen Leute zum Heer?

„Ich will wissen, wozu ich fähig bin und was ich leisten kann“, sagt Elisabeth. Die 25-Jährige hat ein Jahr Grundwehrdienst und Kaderanwärterausbildung hinter sich, nun will sie die Aufnahmeprüfung für die Militärakademie absolvieren. Am Freitag vor einer Woche steht Elisabeth auf einem Pinzgauer, dem legendären Geländefahrzeug des Bundesheeres aus den 1960er-Jahren, hinter einem Maschinengewehr und sichert die Hauptstraße. Im Büro sei es ihr schnell fad geworden, sagt sie, als Soldatin sei es spannender.

Ein aufregendes Arbeitsumfeld ist für viele junge Menschen ausschlaggebend dafür, sich für das Bundesheer zu verpflichten. Doch das Heer ist auch ein sicherer Arbeitsplatz mit vergleichsweise gutem Gehalt und Aufstiegschancen. Nach der Matura habe er eigentlich studieren wollen, erzählt ein junger Soldat eines Panzergrenadierbataillons, doch seine Eltern hätten sein Studium nicht finanzieren können. Beim Bundesheer habe er sich geschickt angestellt, sein Vorgesetzter habe ihm empfohlen, sich bei der Militärakademie zu bewerben. Drei Jahre später war er Offizier. Heute ist er Oberleutnant und bereut seine Entscheidung nicht. „Im Heer sehen wir einen Wandel“, sagt der 25-Jährige, „es geht jetzt um etwas.“ Mit dem Krieg in der Ukraine und der Bedrohungslage in Europa werde es gefährlich, glaubt er. Man brauche ihn.

Noch bedeutet der Dienst an der Waffe stundenlanges Warten auf einen imaginären Feind. Die Tarnfarbe verschwimmt in der Hitze, die Waffen sind im Anschlag, die Knallmunition liegt bereit.

Kurz vor Redaktionsschluss wurde bekannt, dass es im Rahmen der Militärübung am vergangenen Donnerstag einen tragischen Unfall gab. Ein Truppentransporter stieß mit einem zivilen Motorradfahrer zusammen, der Mann starb.
https://www.profil.at/oesterreich/krieg ... /403172602
Zuletzt geändert von theoderich am So 28. Jun 2026, 19:55, insgesamt 2-mal geändert.
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