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Re: Bundesheer-Reform - Beitrag Tanner

Verfasst: Mi 25. Mär 2026, 13:23
von theoderich
theoderich hat geschrieben: Mo 10. Nov 2025, 01:42
  • Parlamentarische Bundesheerkommission
    Jahresbericht 2024

    X.3.5 Reaktionsmiliz

    Das Risikobild des BMLV benennt und beurteilt Herausforderungen auf globaler Ebene im Umfeld Europas, für die Europäische Union sowie Risiken für Österreich. Ausgehend vom Risikobild 2023 und den Erkenntnissen aus der Teilmobilmachung 2020 wurde die raschere Verfügbarkeit der Miliz durch das Pilotprojekt „Miliz in höherer Einsatzbereitschaft“ in Angriff genommen und ist im Jänner 2024 mit vorerst zwei Jägerkompanien und einem Aufklärungszug gestartet.
    https://www.parlament.gv.at/dokument/un ... H_2024.pdf
  • Landesverteidigungsbericht 2024/2025 (III-168 d.B.) (13. Mai 2025)
    Beginn des Aufbaus einer „Reaktionsmiliz“.

    Umsetzungsstand: Bei den Jägerbataillonen 12 in Amstetten und 26 in Spittal a. d. Drau wurde mit der Aufstellung jeweils einer Jägerkompanie begonnen. Beim Aufklärungs- und Artilleriebataillon 4 in Allentsteig wurde mit der Aufstellung eines Aufklärungszugs begonnen. Diese Organisationselemente sind derzeit zu rund einem Drittel personell aufgefüllt.
    https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/III/168
Parlamentarische Bundesheerkommission
Jahresbericht 2025

Der Befüllungsgrad der JgKp Reaktionsmiliz des JgB26 beträgt etwa 20 %. Die Kaderfunktionen sind weitestgehend besetzt. Bei den Mannschaftsdienstgraden ist der Personalfehl infolge fehlender Freiwilligenmeldungen gravierend. Aus diesem Grund wurde die Reaktionsmiliz-Übung am TÜPl A mit Grundwehrdienern im Zuge der
Abschlussübung ihres Präsenzdienstes als Fülltruppe absolviert.

Die hohe Übungsdichte kann von Soldaten der Reaktionsmiliz, solange sie studieren, infolge von Vorausplanung gut vereinbart werden. Nach dem Einstieg in das Berufsleben ist diese Abkömmlichkeit ob beruflicher Verpflichtungen schwer
umsetzbar.
https://www.parlament.gv.at/dokument/un ... k_2025.pdf

Re: Bundesheer-Reform - Beitrag Tanner

Verfasst: Do 9. Apr 2026, 17:19
von theoderich
Parlamentskorrespondenz Nr. 297 vom 09.04.2026
Debatte über Luftraumverteidigung, Personal und Beschaffungen im Landesverteidigungsausschuss
Hinsichtlich der von Michael Gmeindl (FPÖ) aufgeworfenen Wehrdienstverlängerung sprach Tanner von einer "klaren Empfehlung", der zuständigen Kommission zu einer Verlängerung auf acht Monate Grundwehrdienst und zwei Monate Milizübungen. Damit einhergehen müsse auch eine Verlängerung des Ersatz- bzw. Zivildienstes auf 12 Monate. Bundeskanzler Christian Stocker habe vor seiner Anregung einer Volksbefragung zur Wehrdienstverlängerung mit ihr gesprochen, berichtetet Tanner. Auch sie sei der Meinung, dass es bei so einer weitreichenden Entscheidung "nie falsch sein kann", die Menschen zu befragen.

Volker Reifenberger (FPÖ) betonte, für ihn sei die Verlängerung des Wehrdienstes "wirklich ein Herzensanliegen". Das von der Wehrdienstkommission präferierte Modell "8 plus 2" sei genau jenes Modell, das die FPÖ in der Vergangenheit immer wieder vorgeschlagen habe. Wenn man nicht zu einer Lösung komme, werde der Aufbauplan des Heeres nicht erfüllbar sein, warnte er. Reifenberger sieht es daher kritisch, dass der parlamentarische Prozess in dieser Frage seiner Wahrnehmung nach offenbar "ins Stocken gerät", es brauche eine rasche Entscheidung.

Dem hielt NEOS-Abgeordneter Douglas Hoyos-Trauttmansdorff entgegen, dass es "erst diese Woche" eine große Verhandlungsrunde im Parlament gegeben habe. Die Gespräche verlaufen ihm zufolge "konstruktiv". In diesem Sinn hält er einen baldigen Konsens "in dieser schwierigen Frage" durchaus für möglich.

Ein wiederaufgenommener Entschließungsantrag der FPÖ, der auf die Verlängerung des Grundwehrdienstes abzielt, insbesondere um verpflichtende Milizübungen wieder in vollem Umfang zu ermöglichen, wurde abermals mit den Stimmen der Koalitionsparteien vertagt (33/A(E)).
https://www.parlament.gv.at/aktuelles/p ... 026/pk0297

Re: Bundesheer-Reform - Beitrag Tanner

Verfasst: Sa 11. Apr 2026, 14:59
von theoderich
https://www.facebook.com/share/r/1GaNKWY4z1/

https://www.parlament.gv.at/gegenstand/ ... dStage=105
Bundesrat Michael Wanner (SPÖ, Salzburg): [...] Meine Damen und Herren, wer glaubt, man könne die Verteidigungsbereitschaft nur mit dem Wehrdienst und der Verlängerung erhöhen, der irrt. Das geht sicherlich nicht. Junge Menschen, die nicht ernst genommen werden und sich nicht ernst genommen fühlen, die schlecht ausgebildet werden, junge Menschen, die wenig Sinn in einem Dienst erkennen, sind auch wenig motiviert, und die Motivation wird sinken. Wehrwille entsteht durch Überzeugung und nicht durch bloße Verpflichtung.
https://www.parlament.gv.at/dokument/BR ... 39108.html

Da merkt man wieder, wo die Bremser sitzen.

Re: Bundesheer-Reform - Beitrag Tanner

Verfasst: Sa 11. Apr 2026, 17:43
von Lazarus
Möchte einmal ein positives Beispiel für Personalgewinnung bringen, das PzGrenB 13 in Ried (Auszug aus den beiden letzten Truppenzeitungen):
- 2025 wurden 69 junge Frauen und Männer als Berufssoldaten beim Panzergrenadierbataillon13 aufgenommen, davon 8 neue Berufsunteroffiziere (davon 1 weiblich) und 3 Leutnante
- 2026 wurden 13 neue Berufsunteroffiziere zum Verband ausgemustert.
- 44 Unteroffiziersanwärter befinden sich gerade in der Kaderanwärterausbildung 2 und weitere 13 Berufssoldaten werden noch im ersten Halbjahr dieses Jahres mit der Ausbildung zum Unteroffizier beginnen.

Re: Bundesheer-Reform - Beitrag Tanner

Verfasst: Sa 11. Apr 2026, 17:58
von Lazarus
Die Mobverantwortung des JgB OÖ wandert vom PzGrenB 13 zum JgB 12. In der Truppenzeitung 2026/01 steht dazu folgendes:
Ab Beginn 2026 ändert sich die Führungsverantwortung und die Mobilmachungsverantwortung des JgB OÖ. Das neue führungsverantwortliche Kommando ist die 7.JgBrig/JaK und das neue mobilmachungsverantwortliche Kommando
das Jägerbataillon 12 (JgB12) in AMSTETTEN.

Aus diesem Rahmenbataillon sollen bei einer Mobilmachung oder Teilmobilmachung zwei gleichwertige Einsatzbataillone aufwachsen. Gleichwertig in der Ausstattung, gleichwertig in der Personalbefüllung und gleichwertig in den Fähigkeiten. In dieser Jagdkampfbrigade werden die einzelnen Kompanien möglichst autark sein. So wird jede Kompanie Fähigkeiten in der Drohnen-Aufklärung und in der Drohnen-Abwehr erhalten, und jede Kompanie soll Steilfeuer Fähigkeiten und Panzerabwehrwaffen bekommen.

Die jetzige Jägerkompanie ST PÖLTEN wird als 4. Jägerkompanie in das JgB OÖ eingegliedert. Auch das Mob-Lager des JgB OÖ wird vermutlich im Laufe des Jahres von HÖRSCHING nach AMSTETTEN verlegt.