Eurofighter-Nachfolge: Bundesheer warnt
26.3.2026, 8.06 Uhr
Ö1 Journal um acht
"Beraten muss auch die Regierung, nämlich über die Nachfolgejets für die Eurofighter. Finanzminister Marterbauer von der SPÖ sieht dafür finanziell im kommenden Doppelbudget keinen Spielraum. Es brauche aber eine verbindliche finanzielle Zusage, kontern Verteidigungsministerin Tanner von der ÖVP und das Bundesheer, unter Berufung auf drohende Sicherheitslücken. Wie immer bei derartigen Beschaffungen geht es um viel Geld. Das Bundesheer rechnet mit Kosten von etwa zehn Milliarden Euro. Niklas Lercher berichtet."
Niklas Lercher: "Die Sicherung des Luftraums sei kein Selbstzweck, sagt der Kommandant der Luftstreitkräfte, Gerfried Promberger. Der Schutz Österreichs höre nicht zwei Meter über dem Boden auf."
Gerfried Promberger: "Sofern wir auch den Luftraum nicht überwachen können, geb'ma ein sehr großes Stück unserer eigenen Souveränität ab."
LERCHER: "Derzeit verfügt das Bundesheer über 15 Eurofighter. Die Kampfflugzeuge haben spätestens 2039 ausgedient. Bis dahin läuft der Vertrag mit dem Hersteller. Allerdings schon 2030 verabschiedet sich Deutschland, als letztes anderes Land, vom Eurofighter-Modell der Tranche 1, betont Generalmajor Promberger. Das bedeute für Österreich:"
PROMBERGER: "Wir sind die einzigen Nutzer mit 15 Luftfahrzeugen, wo wir an Hersteller von Ersatzteilen herantreten müssen, um zu sagen: ,Repariert's uns des bitte noch!'"
LERCHER: "Die ersten Nachfolge-Kampfjets müssten schon 2033 eintreffen, sagt Generalleutnant und Rüstungschef Harald Vodosek. Ansonsten drohe eine Sicherheitslücke."
Harald Vodosek: "Ab dem Zeitpunkt 2033 das alte System weiter zu fliegen - wie lang auch immer das geht - und das neue System einzuführen."
LERCHER: "Das Bundesheer will 36 neue Kampfflugzeuge, bestätigt der Rüstungschef. Die 15 Eurofighter haben 1,6 Milliarden Euro gekostet."
VODOSEK: "Das, was jetzt auf uns zu kommt, ist natürlich in der preislichen Gestaltung etwas höher."
LERCHER: "Und zwar deutlich höher."
VODOSEK: "Wir werden etwa - und das ist, glaub' ich, eine Zahl, die ist schon kolportiert worden - so in einem Rahmen von etwa zehn Milliarden zu liegen kommen."
LERCHER: "Beim Geld spießt es sich in der Regierung. Finanzminister Markus Marterbauer von der SPÖ hat bereits wissen lassen: Für diese milliardenschwere Anschaffung sehe er im kommenden Doppelbudget keinen Spielraum. Ohne eine verbindliche finanzielle Zusage könne das Bundesheer aber gar keine Ausschreibung für neue Kampfflugzeuge erstellen, betont Rüstungschef Vodosek."
VODOSEK: "Bevor wir nach außen treten auf den Markt muss die Entscheidung Finanzierung getroffen worden sein."
LERCHER: "Um den Nachfolgeplan einhalten zu können, drängt aus Sicht der Militärs die Zeit."
VODOSEK: "Die Entscheidung wäre jetzt beim Doppelbudget zu treffen. Also wir brauchen diese Entscheidung eingebettet in das Doppelbudget."
LERCHER: "Schlagend würde das Rüstungsgeschäft erst später werden. Der Großteil der Kosten ist bei der Lieferung fällig. Eine Nachfolge für die Eurofighter sei jedenfalls alternativlos, betont der Kommandant der Luftstreitkräfte. Was aber, wenn es am Ende weniger als 36 Kampfjets werden? Darauf antwortet Gerfried Promberger:"
PROMBERGER: "Das ist relativ einfach: Wenn weniger kommt, gibt's auch weniger Leistung."
LERCHER: "Die Politik habe zu entscheiden, so der Generalmajor, welches Risiko sie bei der Luftverteidigung eingehen möchte."
Alexandra Maritza Wachter: "Bei der Frage um die Nachfolge der Eurofighter zeigt sich ein Konflikt innerhalb der Koalition. Während der SPÖ-Finanzminister keinen Spielraum für zusätzliche Anschaffungen sieht, hält die ÖVP diese für unbedingt notwendig. Das Bundesheer drängt jedenfalls auf eine rasche Entscheidung."
[Landung des ersten Eurofighter in Zeltweg am 12. 7. 2007; im Vordergrund eine lange Reihe von Soldaten, die die Landung beobachten] Am 12. Juli 2007 ist der erste Eurofighter in Österreich gelandet. Das technische Ablaufdatum ist 2037. [Zwei F-5 über dem Fliegerhorst Zeltweg am 12. 7. 2007] Klingt weit weg - doch der Rüstungschef des Bundesheeres drängt schon jetzt auf eine Nachfolgeentscheidung.
Harald Vodosek (Rüstungschef des Bundesheeres): "Die Entscheidung wäre jetzt beim Doppelbudget zu treffen. Also wir brauchen diese Entscheidung eingebettet in das Doppelbudget."
[Eurofighter am Rollfeld, im Hintergrund die "Playworld Spielberg"] Konkret braucht es eine Sonderfinanzierung. Mit der Ausschreibung ab 2028 müssten aber die Geldmittel bereits vorhanden sein. [Pilot im Cockpit eines Eurofighter mit sich schließender Cockpithaube] 36 neue Überschallkampfflugzeuge will das Bundesheer.
VODOSEK: "Wir gehen davon aus, wenn wir die ... so ein System einführen, dass wir ein Grundpaket an Ausbildung, Simulation und Materialerhaltung haben werden. Und wir werden etwa - und das ist, glaub' ich, eine Zahl, die ist schon kolportiert worden - so in einem Rahmen von etwa zehn Milliarden zu liegen kommen."
[Eurofighter beim Start in Zeltweg] Eine Nachbeschaffung hält man für militärisch alternativlos. Politisch wird dieser Vorschlag für viele Diskussionen sorgen.
Im Bericht Austrianwings wurde die Reichweite der IRIS/T auf unseren EF mit 40 km angeführt. Wurde diese Lenkwaffe von bisher in Medien angegebener 15-20 km Reichweite soweit verbessert oder ein Schreibfehler im Bericht?
Admin: Bitte klarer Trennen zwischen Entwicklungen Luftraumüberwachung (aktiv/passiv - hier in diesem Thread) und Entwicklungen Fliegerabwehr (hier: viewtopic.php?t=1561 ). Das wird sonst unlesbar.
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öbh hat geschrieben: ↑So 29. Mär 2026, 00:23
Im Bericht Austrianwings wurde die Reichweite der IRIS/T auf unseren EF mit 40 km angeführt. Wurde diese Lenkwaffe von bisher in Medien angegebener 15-20 km Reichweite soweit verbessert oder ein Schreibfehler im Bericht?
Da dürfte IRIS-T mit IRIS-T SLM verwechselt worden sein.
Wobei zu betonen ist, dass es sich um Werte für die Werbung handelt. Kein Hersteller und keine Luftwaffe wird die korrekten Leistungsdaten angeben, um sich nicht in die Karten schauen zu lassen.
öbh hat geschrieben: ↑So 29. Mär 2026, 00:23
Im Bericht Austrianwings wurde die Reichweite der IRIS/T auf unseren EF mit 40 km angeführt. Wurde diese Lenkwaffe von bisher in Medien angegebener 15-20 km Reichweite soweit verbessert oder ein Schreibfehler im Bericht?
Da dürfte IRIS-T mit IRIS-T SLM verwechselt worden sein.
Nein der Wert wurde bei der PK so gesagt....bin auch erstaunt.
theoderich hat geschrieben: ↑Mo 11. Dez 2023, 19:29S95510/534-Dion7/2023. 4063 Hörsching, FlH Vogler, Infrastrukturelle Adaptierung der Forward Operating Side
Aus diesem Grund wurde bereits in den rund 1 Mrd. Euro schweren Aus- und Neubaupläne für den Luftstützpunkt Hörsching eine "FOB" (Forward Operating Base) mitgedacht, sodass es künftig in Linz auch geeignete Abstell- und Hangarflächen für eine zeitweise Stationierung der Flugzeuge aus Zeltweg geben soll. Unseren Informationen nach wäre allerdings planungstechnisch die Ausweitung auf bis zu 18 Maschinen möglich.