Ja, da scheint man zu sehen was für einen Unterschied (relative) Großserienfertigung und ‘off-the-shelf’ Technologie machen.
Die Spike LR2 Preise scheinen auch alle sehr konsistent:
Deutschland: 666 Lw + 82 Starter für 88 Mio Eur bzw Eur 132k/Lw
Slowenien: 50 Lw + X Starter für 6,67 Mio Eur = 89 Mio Eur hochgerechnet auf 666 bzw Eur 133k/Lw
Tschechien: 204 Lw + X Starter für 26,06 Mio Eur = 85 Mio Eur hochgerechnet auf 666 bzw Eur 128k/Lw
Die Slowakei bezahlte in 2022 für 100 Lenkwaffen und 10 Starter 18.3 Mio Eur bzw Eur 183k/Lw und damit fast um die Hälfte mehr.
https://www-teraz-sk.translate.goog/naj ... r_pto=wapp
Brasilien hat 2021 ebenfalls für 100 Spike LR fast den gleichen Betrag von 19 Mio
USD überwiesen.
https://tecnodefesa-com-br.translate.go ... r_pto=wapp
Etwas näher an einer PAL2000 hinsichtlich Reichweite ist dieser Vertrag von 2022 mit Estland:
500 Spike SR um 40 Mio Eur bzw Eur 80k/Lw
https://www-err-ee.translate.goog/16084 ... r_pto=wapp
Ähhnlich war auch die Bestellung der Bundeswehr in 2019 für 850 ‘Enforcer’ oder ‘Wirkmittel 1800+’ um 76 Mio Eur bzw Eur 90k/Lw
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/ausrue ... tor-166754
Sowohl Spike SR und MBDA Enforcer haben eine Reichweite von 2km aber bei einem Gewicht von nur rund 10kg und können ohne eigene Startvorrichtung von der Schulter gestartet werden. Spike SR ist vorwiegend auf die Panzerabwehr ausgerichtet während die von der BW beschaffte Variante der Enforcer einen Mehrzweckgefechtskopf trägt der bei einem ’ausgewachsenen’ KPz, zumindest von vorne, auf Granit beißt. Aber auf Panzerabwehr (sowie zur Drohnenabwehr!) spezialisierte Varianten sind angeblich in Entwicklung.
Am anderen Ende des Spektrums hat Griechenland kürzlich 17 Züge NLOS MMT bestellt. Jeder davon mit einem Aufklärungsfahrzeug mit Orbiter 3 UAV und 2 Spike NLOs Launchers auf Plasan Sandcat plus je 10 Lw/Starter. Das Gesamtpaket kam auf 370 Mio Eur oder etwa 22 Mio Eur pro Zug bzw 45-65 Mio Eur für eine Batterie mit 2 oder 3 Zügen.
https://www.edrmagazine.eu/rafael-detai ... lenic-army
Wie alle PAL kann und wird man damit nicht ausschließlich Panzer bekämpfen aber Kampfpanzer Panzerhaubitzen und ähnliches Gerät zählen dennoch zu den Hauptzielen der Spike NLOS.
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Nehmen wir als groben Anhalt für den PAL5000 Mindestbedarf im Bundesheer einen PALZg mit 6 Startern in jedem der 10 präsenten Jägerbataillone mit je 5 Lenkwaffen, dann sprechen wir von 60 Startern und 300 Lenkwaffen … oder ca 40 - 55 Mio Eur. bei den gängigen Preisen für Spike LR2.
Dehnen wir den gleichen Bedarf auf die Garde, alle 10 JgB der Miliz und die 2 PzGrenB aus und erhöhen die Munitionserstausstattung auf 8 Lw/Starter (wie in D) dann sind wir schon bei 138 Startern und 1104 Lenkwaffen … oder 140-200 Mio. Eur.
Erweitern wir in einer Maximalvariante den PALZg von 6 auf 8 Startern in 4 Gruppen sowie die Munitionserstausstattung auf 10 Lw/ Starter (wie SK oder BR) dann sind wir bei 230 Startern und 2300 Lenkwaffen … oder 290-420 Mio Eur.
Legen wir noch für jeweils 3 Kampfkompanien der 21 JgB und GdB eine PALGruppe mit jeweil 15-20 Spike SR oder Enforcer dazu (21 x 3 = 63 x 15-20 Lw = 945-1260 Lw) und wir haben zusätzliche Kosten von 75 bis 110 Mio Eur.
Runden wir das ganze mit einer Batterie mit 3 Zügen Spike NLAW + Orbiter UAV in jedem AAB ab, wie sie die Griechen beschaffen dann sind das weitere ca. 200 Mio Eur.
Also das Spektrum reicht von 50 Mio bis über 700 Mio Eur um dem Bundesheer eine moderne PAL Ausstattung zu verpassen.
Noch nicht eingerechnet wären da etwaige
- Trägerfahrzeuge mit kompatiblen Türmen bzw fernbedienten Waffenstationen (Pandur, Ulan etc.) in den entsprechend ausgestatteten Verbänden
- etwaige PAL für die AW169MA?
- etwaige Loitering Ammunition / UCAVs wie Heros, Warmate etc.
- Suchzündermunition wie etwa SMART155 und BONUS für die Rohrartillerie
- eine Erneuerung der PAR für für die Panzerabwehr auf Gruppen- und Zugsebene (Carl Gustav M4?, RGW90?, NLAW? … PAR70 Ersatz mit M72, AT4, RGW60 oder ähnlichem Gerät) sowie
- moderne Panzerminen (inkl Verlegegeräte) für die Pioniere aber das ist ein anderes Thema.
Wenn man dem Bundesheer tatsächlich eine Panzerabwehrfähigkeit verleihen will um in einem konventionellen Konflikt zu bestehen, dann bewegt man sich rasch im Bereich von 500 Mio bis einer Milliarde Euro, falls man es ernst meint.