Entwicklungen Luftraumüberwachung
-
theoderich
- Beiträge: 30036
- Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Ich habe mich falsch ausgedrückt. Bei einer Kürzung der Planstellen im BMLV wäre jedenfalls auch ein Aderlass bei der LRÜ denkbar.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Hör mir auf mit Personalabbau bei „Stäben“, „Kommandos“ o.ä.! Jedesmal wenn ich die Gelegenheit habe, durch die Verwaltungsgebäude in einer Kaserne zu gehen, sind die Stuben von ADir. Sowieso, Obstlt. Irgendwer abgeschlossen oder leer. In meiner Firma sind die meisten laufend da, manche im Telework erreichbar, aber beim ÖBH? Was da noch weiße Elefanten rumhocken ist legendär. Man muss sich halt ganz genau ansehen, welche Posten nicht nachzubesetzen sind.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Sehr richtig!
Man kann die Pensionierungswelle zum Anlass nehmen und den Wasserkopf verkleinern und Posten einfach nicht nachbesetzen.
Zusammen mit dem Aufbauplan hätte ich mir auch eine Strukturreform gewünscht.
Mir kommt oft vor, man wünscht sich eine Armee wie vor 30, 40 Jahren zurück.
Die Goldfasane dafür hat man ja noch…
Man kann die Pensionierungswelle zum Anlass nehmen und den Wasserkopf verkleinern und Posten einfach nicht nachbesetzen.
Zusammen mit dem Aufbauplan hätte ich mir auch eine Strukturreform gewünscht.
Mir kommt oft vor, man wünscht sich eine Armee wie vor 30, 40 Jahren zurück.
Die Goldfasane dafür hat man ja noch…
-
theoderich
- Beiträge: 30036
- Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
- Die Debatte steckt in der Gulaschkanone fest: Das Heer braucht eine Vision (Kommentar)
36 Kampfflugzeuge?
Daran schließt gleich die nächste Frage an: Braucht das österreichische Bundesheer tatsächlich 36 neue Kampfflugzeuge für die Luftraumüberwachung und ist uns das sechs bis sieben Milliarden Euro wert?
Bundeskanzler Christian Stocker hat zuletzt beides überraschend in Frage stellt: Erstens könne man auch über andere Modelle reden und zweitens werde man nicht mit Abfangjägern auf Drohnen schießen können. So ist es. Die moderne Kriegsführung und die aktuellen Bedrohungslagen habe sich massiv verändert, diesem Umstand wird sich auch Österreich stellen müssen.
https://www.derstandard.at/story/300000 ... on?ref=rssIn der politischen Debatte verschließen die Akteure vor zu vielen Fakten die Augen: dass wir von Nato-Ländern umgeben sind und uns viel stärker in ein europäisches Verteidigungssystem einbringen sollten – mit einer Spezialisierung, die gefragt und hilfreich ist. Dass Kriege mittlerweile mit Drohnen geführt werden und dass auch wir darauf reagieren müssen, anstatt auf Panzer und 36 Abfangjäger zu setzen.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Welche Spezialisierung wird da wohl gemeint?
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Wäre aber ergiebig.theoderich hat geschrieben: ↑Mi 17. Jun 2026, 17:03 Den Rest dieses Schwachsinns lasse ich mal unkommentiert.
Ich finde es immer wieder amüsant, wenn dieselben Journalisten, die gebetsmühlenartig betonen: Hört auf die Experten!, völlig außer Acht lassen, was die Experten sagen, sobald es ihnen nicht passt.
Die Experten, hier nämlich die Entscheidungsträger der Streitkräfte, sagen nämlich völlig zu Recht: Es braucht Panzer, und es braucht Abfangjäger. Mit Drohnen kontrolliert man keine Räume. Mit Drohnen allein kann man auch keine Lufträume verteidigen (und schon gar nicht, wenn man auf eine nennenswerte Abfangquote aus ist).
Last but not least, welche Spezialisierung sollte Österreich denn bereitstellen? Was hat es, was seine Nachbarn nicht haben?
Gerade weil Österreich nach dem Willen der Bevölkerung neutral bleiben will, muss es in die Puschen kommen und Fähigkeiten bereitstellen bzw. zurückgewinnen, die eine eigenständige Verteidigung ermöglichen.
Ob nun wirklich 36 Abfangjäger vonnöten sind, mag mal dahingestellt sein. Die Dreier-Regel der Militärlogistik ist eine Faustregel, kein in Stein gemeißelter Grundsatz. Mit entsprechenden organisatorischen Anpassungen und einer starken bodengebundenen Flugabwehr mag auch eine geringere Zahl genügen, zumal wenn sich das Hauptwaffensystem dadurch schonen lässt, dass man einen Teil der Flugstunden auf Simulatoren oder die M-346 auslagert.
Das ähnlich große Tschechien kalkuliert mit 24 F-35; das wird angesichts der Verfügbarkeitsraten des Musters zwar nicht genügen, da hat Prag kurz- und mittelfristig zu großes Vertrauen in das Potential des Fliegers gesetzt; aber es zeigt, dass prinzipiell (mit dem richtigen Flugzeug) ein hinreichend guter Bereitschaftsgrad auch mit einer kleineren Flotte erreichbar ist.
Für Österreich sollte die Ambition darin bestehen, vier Rotten à zwei Flugzeuge möglichst lange im Einsatz halten zu können—wobei die Fähigkeit zur ganzjährigen Einsatzbereitschaft auf diesem Niveau durchaus nicht notwendig ist, es genügt, wenn man ad hoc eine 24-7-Bereitschaft für Zeiträume erreichen kann, als die sich Krisen realistischerweise darstellen, also z.B. 7-14 Tage. (Denn sollte Österreichs Luftraum wochenlang bedroht sein, ist längst von einem großen Krieg in Europa auszugehen, und es kommt auf Österreich alleine sowieso nicht mehr an.)
Um das unter realistischen Idealbedingungen mit der Typhoon zu schaffen (70% Verfügbarkeit), wären 30 Maschinen nötig. Gegebenenfalls lässt sich die M-346 fallweise heranziehen, und mit einem weniger komplexen Muster wie der Gripen mag eine höhere Verfügbarkeit erzielbar sein. 24-30 Flugzeuge scheint mir ein guter Wert zu sein. Wäre ich österreichischer Verteidigungsminister und hätte einen Blanko-Scheck, ich würde 24 neue Typhoon-Einsitzer und 4 Zweisitzer ordern.
Leider wird es dazu nicht kommen. Nach den Ereignissen und politischen Wortmeldungen der letzten zwei Wochen sehe ich mich zu hundert Prozent in der Vorhersage bestätigt, dass die M-346 der Typhoon den Garaus machen wird.
-
theoderich
- Beiträge: 30036
- Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Langfassung des "ZIB 2"-Interviews
Badelt (Fiskalrat) : "Keinerlei Perspektive" aus Budgetmisere
17.6.2026, 22:20 Uhr | ORF 2
Badelt (Fiskalrat) : "Keinerlei Perspektive" aus Budgetmisere
17.6.2026, 22:20 Uhr | ORF 2
https://on.orf.at/video/14327942/langfa ... oph-badeltArmin Wolf (ORF): "Was in dieser ganzen Budgetplanung noch gar nicht drin ist, sind neue Abfangjäger, [Christoph Badelt (Präsident Fiskalrat): "So ist es."] von denen der Bundeskanzler gestern gesagt hat, dass sie jedenfalls kommen müssen. Die kosten rund 10 Milliarden Euro! Kann sich die Österreich überhaupt leisten?"
BADELT: "Also als Finanzpolitiker tut mir natürlich jeder Euro weh, der da in die Abfangjäger ausgegeben wird. Aber es schaut so aus, als ob wir aus internationalen Gründen und auch aus Gründen der Landesverteidigung da nicht ganz herauskämen. Das wird zwar dann erst, weil es ja eine Weile dauert, bis die geliefert werden, und dann wird's budgetwirksam. Aber das ist natürlich eine Belastung, die wirklich schlimm ist. Anläss ... in Zusammenhang mit dieser Budgetlage."
