Medienberichte 2026

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theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

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Nach Neos-Vorstoß: Kommt jetzt die ganz große Wehrpflicht-Reform?

https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... art-656987

So nennt man die Umstellung auf ein Berufsheer neuerdings: "ganz große Wehrpflicht-Reform".
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Nur freiwillig zum Heer?
Es ist ein ungewöhnlicher Vorschlag der Neos: In der Debatte um eine Wehrdienst-Reform, die sich derzeit nur um eine Verlängerung der Wehrpflicht dreht, plädieren sie für ein Freiwilligen-Heer, also für ein gänzlich anderes System. Ursprünglich hatten sich die Neos für ein Berufsheer ausgesprochen, der aktuelle Vorstoß steht dazu nicht unbedingt im Widerspruch. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) kann mit diesem Vorschlag nichts anfangen, wie sie dem STANDARD auf Anfrage mitteilt: "Ich halte nicht viel davon, dass Parteien nun ihre eigenen Wehrdienst-Modelle konstruieren. Wir sollten uns an der Expertise und den kostengünstigsten Vorschlägen der Wehrdienstkommission orientieren. Diese sind plausibel, durchdacht und praktikabel."
Das SPÖ-Modell gehörte ebenso wenig wie die Initiative der Neos zu den drei Hauptmodellen der vom Verteidigungsministerium eingesetzten Expertenkommission. Das skandinavische Modell, an dem sich die Neos jetzt orientieren, hat es aber zumindest als "Entwicklungsmodell", das einen weitaus längeren Planungshorizont bräuchte, in deren Papier geschafft.

Konkret wird etwa eine geschlechtsneutrale, allgemeine Wehrpflicht vorgeschlagen. Soldatinnen und Soldaten sollten mit umfangreichen Anreizsystemen vorwiegend auf freiwilliger Basis rekrutiert werden. Bei diesem Modell würde eine 16-monatige Dauer des Grundwehrdienstes bei anschließender selektiver Übungspflicht gelten. Bei Engpässen soll diese selektive Wehrpflicht durch Losentscheide ergänzt werden. Der Neos-Vorschlag ist also eine Ableitung dieses Modells.

Neos setzen auf Freiwilligkeit

Der Vorschlag der Neos setzt in erster Linie auf Freiwilligkeit. Das Bundesheer müsste eine gewisse Zahl an Grundwehrdienern definieren, die es brauche. Erst wenn sich hier nicht genug Bewerber fänden, würden weitere Rekruten einberufen.

Hier gibt es unterschiedliche Modelle, nach welchen Kriterien diese verpflichteten Personen ausgewählt werden könnten. Neos-Generalsekretär Douglas Hoyos, der für seine Partei die Verhandlungen in der Koalition führt, hält das schwedische Modell für sinnvoll, wo man die Präsenzdiener nach ihren Qualifikationen aussucht. Eine Stellung soll es nämlich weiterhin für alle jungen Männer geben.

Die Dauer des Präsenzdienstes wäre länger als die derzeitigen sechs Monate. In Schweden geht dies laut Hoyos je nach Waffengattung von zwölf Monaten aufwärts. Dazu kämen verpflichtende Übungen. Einen großen Vorteil dieses Modells sieht Hoyos in der viel höheren Motivation der Präsenzdiener, die sich aus der freiwilligen Meldung ergebe.

Einigkeit bei Milizübungen

Die genauen Modalitäten müssten erst noch verhandelt werden, betont Hoyos. In einer Übergangsfrist könnten Anpassungen bei den Milizübungen sinnvoll sein. Denn bei allen Parteien scheint derzeit Einigkeit darüber zu herrschen, dass die Milizübungen wieder eingeführt und ausgebaut werden könnten.

Die ÖVP ist mit der neuen Debatte eher unglücklich und hätte am liebsten das 8+2-Modell umgesetzt. Verteidigungsministerin Tanner drängt massiv darauf, sie wird dabei auch von Kanzleramtsministerin Claudia Bauer (ÖVP) unterstützt, die für den Zivildienst zuständig ist.

Bundeskanzler Christian Stocker hat diese Woche aber erstmals Flexibilität angedeutet . Auch er präferiere das "Österreich-plus"-Modell, man könne sich aber auch die anderen Modelle, die von der Kommission vorgeschlagen wurden, anschauen. Allzu weit sollte man sich von diesen Modellen aber nicht entfernen. Ihm ist wichtig, dass man die Reform zu Jahresbeginn startbereit habe. Sollte man über den Sommer zu keinem gemeinsamen Ergebnis in der Koalition kommen, käme das Thema Volksbefragung wieder auf den Tisch.

Auf die Frage, wie man die nötige Nachbeschaffung der Eurofighter, die derzeit nicht im Budget abgebildet ist und extra verhandelt werden soll, lösen wolle, sagt Stocker, dass die Luftraumverteidigung ein wesentlicher Teil der Verteidigung sei. Möglicherweise müsse man aber hier umdenken. "Drohnen haben hier vieles verändert. Wir werden mit Abfangjägern nicht auf Drohnen schießen können." Man werde sich anpassen müssen.

Dennoch werde es ohne Abfangjäger "nicht gehen". Denn die Neutralität verpflichte zur Luftraumverteidigung. In Summe müsse man die Landesverteidigung ernster nehmen "als wir das bisher getan haben", meinte der Bundeskanzler.

Angst vor Raiffeisen

Bei den Koalitionsparteien SPÖ und Neos munkelt man auch, dass die eingefahrene Position der ÖVP auch mit deren Furcht vor Raiffeisen-Generalanwalt Erwin Hameseder zusammenhänge. Hameseder ist neben seinem Managerjob bei Raiffeisen Milizoffizier im Rang eines Generalmajors und Vorsitzender der von Tanner eingesetzten Wehrdienstkommission.

Er drängt ganz vehement auf die Verlängerung der Wehrpflicht. "Die Ignoranz gegenüber geopolitischen Realitäten und Entwicklungen ist nicht mehr zu akzeptieren und zu dulden", kritisierte er SPÖ und Neos. Nun andere Modelle aufs Tapet zu bringen oder "Rosinenpicken zu betreiben", sei abträglich, erklärte Hameseder in einer Pressekonferenz

Die FPÖ kann mit dem Neos-Vorschlag gar nichts anfangen, sie sieht darin einen "Anschlag auf die Wehrpflicht und unsere Sicherheit", wie deren Wehrsprecher Volker Reifenberger es am Mittwoch formulierte. Das sei im Übrigen auch eine "Verhöhnung des klaren Volkswillens". Reifenberger: "Was die Neos hier als 'modern' verkaufen, ist nicht nur brandgefährlich, sondern auch zutiefst undemokratisch. Die Systemparteien scheinen vergessen zu haben, dass sich die österreichische Bevölkerung bei der Volksbefragung 2013 mit überwältigender Mehrheit klar und deutlich für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht ausgesprochen hat."

Die FPÖ ist derzeit die einzige Partei, die der ÖVP in der Frage der Wehrdienstverlängerung zustimmen würde. (Michael Völker, 17.6.2026)
https://www.derstandard.at/story/300000 ... g-zum-heer
  • Die Debatte steckt in der Gulaschkanone fest: Das Heer braucht eine Vision (Kommentar)
    Die Reform des Grundwehrdienstes muss viel breiter diskutiert werden: Eine Verlängerung der Wehrpflicht um ein paar Wochen geht an der realen Bedrohung vorbei

    Der Vorschlag der Neos ist erst einmal originell: In der Debatte um die Verlängerung der Wehrpflicht schlagen sie vor, diese abzuschaffen und stattdessen auf Freiwilligkeit zu setzen. Die ÖVP schnauft empört durch. Der Neos-Vorschlag ist weit weg vom Stand der aktuellen Diskussion und von dem, was die ÖVP eigentlich will. Und das ist gut so. Denn die derzeitige Diskussion über die Länge der Wehrpflicht geht an der Realität und den diversen Bedrohungslagen haarscharf vorbei.

    Natürlich wäre es das Einfachste, die Wehrplicht von sechs auf acht Monate zu verlängern und irgendwo zwei Monate Milizübungen anzuhängen. Aber hätten wir dann wirklich besser ausgebildete und motivierte Soldaten, die wir im Falle des Falles eine Verteidigung ihres Landes sicherstellen könnten?

    36 Kampfflugzeuge?

    Daran schließt gleich die nächste Frage an: Braucht das österreichische Bundesheer tatsächlich 36 neue Kampfflugzeuge für die Luftraumüberwachung und ist uns das sechs bis sieben Milliarden Euro wert?

    Bundeskanzler Christian Stocker hat zuletzt beides überraschend in Frage stellt: Erstens könne man auch über andere Modelle reden und zweitens werde man nicht mit Abfangjägern auf Drohnen schießen können. So ist es. Die moderne Kriegsführung und die aktuellen Bedrohungslagen habe sich massiv verändert, diesem Umstand wird sich auch Österreich stellen müssen.

    Ja, man muss die Landesverteidigung ernster nehmen, als wie es bisher getan haben. Aber das heißt auch, die Diskussion anders zu führen und nicht nur auf eine Verlängerung der Wehrpflicht zu fokussieren. Die wird nämlich gar nichts bringen, wenn die Soldaten falsch oder schlecht ausgebildet sind.
    In der politischen Debatte verschließen die Akteure vor zu vielen Fakten die Augen: dass wir von Nato-Ländern umgeben sind und uns viel stärker in ein europäisches Verteidigungssystem einbringen sollten – mit einer Spezialisierung, die gefragt und hilfreich ist. Dass Kriege mittlerweile mit Drohnen geführt werden und dass auch wir darauf reagieren müssen, anstatt auf Panzer und 36 Abfangjäger zu setzen.

    Wir brauchen ein spezialisiertes Bundesheer, das mit gut ausgebildetem und motiviertem Personal im europäischen Verbund Platz findet und Sinn macht. Im Falle des Falles würde sich Österreich niemals alleine verteidigen können, sondern wäre immer darauf angewiesen, in eine Allianz verteidigungsfähiger Staaten eingebunden zu sein.

    Stattdessen diskutieren wir seit Monaten über ein paar Wochen Herummarschieren mehr oder weniger. So verlieren wir mit Sicherheit jeden Krieg. Also machen wir die Diskussion auf und stellen uns den neuen Realitäten, anstatt uns in der guten, alten Gulaschkanone zu verlieren.
    https://www.derstandard.at/story/300000 ... ine-vision
Wir sind wieder in der guten alten österreichischen Wehrdebatte angekommen, mit Untergriffen, Klischees und der Idee, dass das ja "irgendjemand anderes machen kann" und ein bewaffnungsloses "Heer" das allerbeste wäre.
Zuletzt geändert von theoderich am Mi 17. Jun 2026, 17:34, insgesamt 2-mal geändert.
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Faktencheck
"Werden nicht auf Drohnen schießen": Warum Kanzler Stocker sich beim Eurofighter irrt

https://www.derstandard.at/story/300000 ... ghter-irrt


https://bsky.app/profile/bundesheerbaue ... imfinebs25


theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Investitionen im Heer bleiben unangetastet

https://noe.orf.at/stories/3358887/





Zuletzt geändert von theoderich am Mi 17. Jun 2026, 23:56, insgesamt 4-mal geändert.
iceman
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von iceman »

theoderich hat geschrieben: Mi 17. Jun 2026, 15:12 https://bsky.app/profile/bundesheerbaue ... if4kstlc2x



Nach Neos-Vorstoß: Kommt jetzt die ganz große Wehrpflicht-Reform?

https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... art-656987

So nennt man die Umstellung auf ein Berufsheer neuerdings: "ganz große Wehrpflicht-Reform".
Ich kapier den Neos Vorschlag nicht, vielleicht bin ich zu blöd dafür?
Ich werde per Los informiert, das ich zum Bundesheer muss, kann ich mich dann noch für einen Zivildienst entscheiden?
Die Lostrommel dreht sich dann weiter?
Es werden sich mit Sicherheit zu wenige Freiwillige melden, verschickt das Bundesheer dann ca 16.000 Lose?
Der Wehrdienst beträgt dann nicht sechs oder acht Monate sondern gleich ein Jahr!
Der Hametseder würde Luftsprünge machen, dazu kommen auch noch Übungen.
Ehrlich jetzt, warum sollte ein junger Mann nur für ein Jahr zum Bundesheer und es dann wieder verlassen?
Wahrscheinlich nur für viel Geld…
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Vor allem kann man sich in Schweden am Ende der Musterung nicht einfach zwischen Wehr- und Zivildienst entscheiden, wie in Österreich:
Får man välja utbildning?

Nej, det är resultaten från mönstringen tillsammans med totalförsvarets behov som avgör vilken utbildning som du ska gå.
https://www.pliktverket.se/for-dig-som- ... onstringen
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