Entwicklungen Fliegerabwehr

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theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

Parlamentskorrespondenz Nr. 297 vom 09.04.2026
Debatte über Luftraumverteidigung, Personal und Beschaffungen im Landesverteidigungsausschuss
Ein weiteres zentrales Thema der Aussprache waren die Beschaffungen für das Bundesheer, wobei sich die Abgeordneten insbesondere für den Bereich der Luftverteidigung interessierten. So sprach Tanner unter Verweis auf die European Sky Shield Initiative (ESSI) gegenüber Manfred Hofinger (ÖVP), Douglas Hoyos-Trauttmansdorff (NEOS) und Werner Kogler (Grüne) von einer "dringend notwendigen Integration in europäische Strukturen". ESSI sei im Bereich der Luftabwehr "sowohl militärisch als auch wirtschaftlich die zweckmäßigste Option". Noch 2026 sollen dahingehend alle notwendigen Beschaffungen eingeleitet werden. Ausschussobmann Volker Reifenberger (FPÖ) betonte, dass sich auch seine Fraktion für eine gemeinsame Beschaffung der Abwehrsysteme sowie für gemeinsame Ausbildungen und Übungen ausspreche. Als neutralitätsrechtlich problematisch erachtete er jedoch den gemeinsamen Betrieb des Systems.
https://www.parlament.gv.at/aktuelles/p ... 026/pk0297
opticartini
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von opticartini »

maro-airpower hat geschrieben: Sa 21. Mär 2026, 21:48
opticartini hat geschrieben: Sa 21. Mär 2026, 18:37 Zur Verteidigung des Luftraums in einem Kriegsfall nimmt die Bedeutung von herkömmlichen Kampfjets ab. Kosten-Nutzen-Rechnung = ungünstig.

Außerhalb von tatsächlichen Kriegshandlungen (also hoffentlich im Normalfall) wird's natürlich weiterhin Menschen in schnellen Flugzeugen brauchen, um Menschen in langsameren Flugzeugen, welche sich nicht vorschriftsmäßig verhalten, persönlich kontaktieren zu können.
Aktuell haben wir so die Grenze der Geschwindigkeit der Abfangdrohnen zwischen 300 bis 400 km/h. Gibt so Rekord/Sportgeräte die mit extremer Technik auch auf 600+ kommen. Aber der Hochstromwahnsinn ist (noch) nicht alltagstauglich.
Wenn das Wort "Drone" fällt, dann wird gerne an irgendwelche Spielzeuggeräte gedacht. Aber unbemannte Flugobjekte (also Luftfahrzeuge ohne Mensch an Bord), welche die Leistungsdaten von ausgewachsenen Kampfflugzeugen (mit Mensch drin) erreichen oder gar überschreiten, gibt es bereits. Nehmen wir noch Kamikazedrohnen dazu, dann umfasst das auch viele moderne Lenkwaffen, von Luft-Luft über Luft-Boden bis zu Boden-Boden. Eine "Meteor"- oder "AIM-120"-Rakete ist letztlich nichts anderes als eine Kamikazedrohne. In diesem Sinne gehört unbemannten Flugobjekten bereits jetzt der Himmel.

Die Nützlichkeit von herkömmlichen Kampfflugzeugen (mit Mensch drin) hat stark abgenommen. An vorderster Front haben sie nichts verloren, zumindest nicht bis mittels unbemannter Flugobjekte die Luftherrschaft erreicht wurde.
maro-airpower
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von maro-airpower »

opticartini hat geschrieben: Fr 10. Apr 2026, 17:51 Die Nützlichkeit von herkömmlichen Kampfflugzeugen (mit Mensch drin) hat stark abgenommen. An vorderster Front haben sie nichts verloren, zumindest nicht bis mittels unbemannter Flugobjekte die Luftherrschaft erreicht wurde.
Kann ich so nicht stehen lassen.
Es gibt Verschiebung hin zu mehr unbemannten Systemen...wirds auch am Boden geben.

Aber sie sind an vorderster Front in der Ukraine - es werden von beiden Seiten täglich Kampfflugzeuge eingesetzt.

Sie waren über dem Iran. Womit belegt ist, dass moderne Kampfflugzeuge integrierte Flugabwehrnetze überwältigen können.

Und solange es keine gesicherte Möglichkeit gibt die Systeme aus der Ferne zu kontrollieren - und die gibt es in letzter Konsequenz nicht - solange wirst du Menschen brauchen die den Konflikt vor Ort führen.
theoderich
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von theoderich »

theoderich hat geschrieben: Di 12. Nov 2019, 17:24 Foreign Affairs Council (Defence), 12. November 2019

https://www.consilium.europa.eu/de/meet ... 019/11/12/
Österreich ist seit letztem Jahr am Projekt TWISTER zur Entwicklung eines Frühwarn- und Abwehrsystems gegen ballistische Raketen und Hyperschallwaffen beteiligt (Koordinator: Frankreich; Projektteilnehmer: Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien). Das muss zwischen Februar 2025 und April 2025 fixiert worden sein (Damals sind gerade die Koalitionsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP gelaufen.):

TIMELY WARNING AND INTERCEPTION WITH SPACE-BASED THEATER SURVEILLANCE (TWISTER)
Coordinator FR

Project Members AT FI FR GE IT NL ES

PROJECT DESCRIPTION

The project aims at strengthening the ability of Europeans to better detect, track and counter hyper-velocity threats, in close cooperation with NATO, through a combination of enhanced capabilities for space-based early warning and endo atmospheric interceptors.

The project will address different types of threats, like ballistic missiles up to 3500 km range (including manoeuvring ballistic missiles and re-entry vehicles), high-altitude supersonic/hypersonic cruise missiles, hypersonic glide vehicles and other high manoeuvring Air Breathing Targets (ABT).

Early-warning satellites will provide reliable and timely information on initial detection of the threats, their trajectory and their characterisation, in order to allow their neutralization by an endo-atmospheric multirole interceptor.

OBJECTIVES/PRODUCTS

To this end, the project intends to:
  • Develop a common understanding of the requirements and threats,
  • Develop a future European space-based Early Warning capability carrying out the initial detection and tracking of those threats before handing them over to ground based radars,
  • Develop a new multirole endo atmospheric interceptor able to face a large set of current and future complex and evolving air and missile threats.
https://www.pesco.europa.eu/project/tim ... e-twister/

Beim Projekt ODIN’S EYE II (multinatiOnal Development INitiative for a Space-based missilE earlY-warning architecture II) ist ein österreichisches Unternehmen von Anfang an Mitglied des Konsortiums.
Zuletzt geändert von theoderich am So 12. Apr 2026, 14:59, insgesamt 1-mal geändert.
Woyzeck
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Re: Entwicklungen Fliegerabwehr

Beitrag von Woyzeck »

maro-airpower hat geschrieben: Sa 11. Apr 2026, 11:07 Kann ich so nicht stehen lassen.
Es gibt Verschiebung hin zu mehr unbemannten Systemen...wirds auch am Boden geben.

Aber sie sind an vorderster Front in der Ukraine - es werden von beiden Seiten täglich Kampfflugzeuge eingesetzt.
Ich denke doch, dass sich ihr Nutzen in den letzten Jahren verändert hat, da es wesentliche Änderungen bei weitreichenden air-to-ground-Waffensystemen gab (Gleitbomben und Cruise Missiles, weit geringere Kosten, dadurch höhere Verbreitung) bzw. die FlA heute ein Niveau erreicht hat, das den Einsatz von Jagdbombern über dem Gefechtsfeld faktisch verunmöglicht hat. Kampfflugzeuge dienen heute dazu, weitreichende Waffensysteme in die Luft zu bekommen, um deren Reichweite zu erhöhen bzw. zum Abfangen von ebendiesen. Wobei das schnell unökonomisch wird.
maro-airpower hat geschrieben: Sa 11. Apr 2026, 11:07 Sie waren über dem Iran. Womit belegt ist, dass moderne Kampfflugzeuge integrierte Flugabwehrnetze überwältigen können.

Und solange es keine gesicherte Möglichkeit gibt die Systeme aus der Ferne zu kontrollieren - und die gibt es in letzter Konsequenz nicht - solange wirst du Menschen brauchen die den Konflikt vor Ort führen.
Der Iran hat für mich v.a. gezeigt, dass Kampfflugzeuge gegen einen Gegner, der die oben genannten weitreichenden Waffensystemen in ausreichender Stückzahl verfügt sehr ineffizient bis nutzlos sind. Die Amerikaner hatten zahlreiche FlA-Systeme und Kampfflugzeuge im Einsatz, ziemlich sicher auch ein umfangreiches und detailliertes Lagebild und dennoch gelang es den weit unterlegenen Iranern auch nach Wochen gnadenlosen Bombardements Hochwertziele der Amerikaner am Boden zu zerstören.

Das ist das, was mich am Aufbauplan auch so stört und was ich mit "das Bundesheer schläft in der Pendeluhr" gemeint habe. Die beschafften Mittel wären vermutlich 1:1 auch vor 10 Jahren so beschafft worden, wenn man das Geld gehabt hätte. Man plant für den Konflikt von gestern. 10 Milliarden für Kampfflugzeuge ausgeben zu wollen, die nach wenigen Stunden am Boden zerstört wären, weil man sie nicht schützen will, das ist einfach absurd.

Unser Engagement im Drohnenbereich ist bestenfalls symbolisch. Unverständlich, wenn man bedenkt, dass man bei dieser Technologie mit relativ wenig Geld vorne dabei sein könnte. Eine Milliarde in ein umfangreiches Drohnenprogramm, das sich nicht auf die Beschaffung weniger teurer Systeme beschränkt, sondern auf ein Programm, wie man da in den nächsten Jahren am Ball bleiben will, das wäre sicher sinnvoller investiertes Geld. Und da gäbe es genug militärisch-zivile Zusammenarbeitsmöglichkeiten. Wir haben das Know How, wir haben den Ukrainekrieg als Versuchslabor vor der Nase, die Industrie würde da sehr gerne mitmachen und der Standort würde gestärkt, bei gleichzeitigem Steigern des Autonomiegrads, da wir diese Systeme dann selbst herstellen könnten und nicht um Fantastilliarden bei den Rheinmetalls und Airbussen bestellen müssen.

China hat mittlerweile KI-gesteuerte Drohnenschwärme, die einfach von einem LKW aus gestartet werden, so wie die Shaheds der Iraner. Wir könnten sowas auch, man müsste nur wollen.
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