maro-airpower hat geschrieben: ↑Sa 11. Apr 2026, 11:07
Kann ich so nicht stehen lassen.
Es gibt Verschiebung hin zu mehr unbemannten Systemen...wirds auch am Boden geben.
Aber sie sind an vorderster Front in der Ukraine - es werden von beiden Seiten täglich Kampfflugzeuge eingesetzt.
Ich denke doch, dass sich ihr Nutzen in den letzten Jahren verändert hat, da es wesentliche Änderungen bei weitreichenden air-to-ground-Waffensystemen gab (Gleitbomben und Cruise Missiles, weit geringere Kosten, dadurch höhere Verbreitung) bzw. die FlA heute ein Niveau erreicht hat, das den Einsatz von Jagdbombern über dem Gefechtsfeld faktisch verunmöglicht hat. Kampfflugzeuge dienen heute dazu, weitreichende Waffensysteme in die Luft zu bekommen, um deren Reichweite zu erhöhen bzw. zum Abfangen von ebendiesen. Wobei das schnell unökonomisch wird.
maro-airpower hat geschrieben: ↑Sa 11. Apr 2026, 11:07
Sie waren über dem Iran. Womit belegt ist, dass moderne Kampfflugzeuge integrierte Flugabwehrnetze überwältigen können.
Und solange es keine gesicherte Möglichkeit gibt die Systeme aus der Ferne zu kontrollieren - und die gibt es in letzter Konsequenz nicht - solange wirst du Menschen brauchen die den Konflikt vor Ort führen.
Der Iran hat für mich v.a. gezeigt, dass Kampfflugzeuge gegen einen Gegner, der die oben genannten weitreichenden Waffensystemen in ausreichender Stückzahl verfügt sehr ineffizient bis nutzlos sind. Die Amerikaner hatten zahlreiche FlA-Systeme und Kampfflugzeuge im Einsatz, ziemlich sicher auch ein umfangreiches und detailliertes Lagebild und dennoch gelang es den weit unterlegenen Iranern auch nach Wochen gnadenlosen Bombardements Hochwertziele der Amerikaner am Boden zu zerstören.
Das ist das, was mich am Aufbauplan auch so stört und was ich mit "das Bundesheer schläft in der Pendeluhr" gemeint habe. Die beschafften Mittel wären vermutlich 1:1 auch vor 10 Jahren so beschafft worden, wenn man das Geld gehabt hätte. Man plant für den Konflikt von gestern. 10 Milliarden für Kampfflugzeuge ausgeben zu wollen, die nach wenigen Stunden am Boden zerstört wären, weil man sie nicht schützen will, das ist einfach absurd.
Unser Engagement im Drohnenbereich ist bestenfalls symbolisch. Unverständlich, wenn man bedenkt, dass man bei dieser Technologie mit relativ wenig Geld vorne dabei sein könnte. Eine Milliarde in ein umfangreiches Drohnenprogramm, das sich nicht auf die Beschaffung weniger teurer Systeme beschränkt, sondern auf ein Programm, wie man da in den nächsten Jahren am Ball bleiben will, das wäre sicher sinnvoller investiertes Geld. Und da gäbe es genug militärisch-zivile Zusammenarbeitsmöglichkeiten. Wir haben das Know How, wir haben den Ukrainekrieg als Versuchslabor vor der Nase, die Industrie würde da sehr gerne mitmachen und der Standort würde gestärkt, bei gleichzeitigem Steigern des Autonomiegrads, da wir diese Systeme dann selbst herstellen könnten und nicht um Fantastilliarden bei den Rheinmetalls und Airbussen bestellen müssen.
China hat mittlerweile KI-gesteuerte Drohnenschwärme, die einfach von einem LKW aus gestartet werden, so wie die Shaheds der Iraner. Wir könnten sowas auch, man müsste nur wollen.