BAAINBw hat geschrieben:🤝 Unser Beschaffungsamt hat, heute zwei Rahmenverträge mit den Firmen Helsing und Stark über *Loitering Munition Systems (LMS)* geschlossen, unmittelbar nach der gestrigen Billigung im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages.
👉 Damit wird der Einstieg in diese wichtige Fähigkeit sichergestellt.
💡Moderne LMS, werden umgangssprachlich auch als Kamikazedrohnen bezeichnet.
🆕 Aktuelle Konflikte haben gezeigt, dass LMS eine Schlüsselfähigkeit für moderne Streitkräfte darstellen. Die Beschaffung von LMS hat damit höchste Priorität.
ℹ️ Die parallele Beauftragung unterschiedlicher Hersteller verfolgt dabei mehrere Ziele:
✅ Wir fördern Entwicklung und Produktion dieser militärischen Schlüsselfähigkeit in Deutschland.
✅ Wir erhalten ausreichende Stückzahlen für die zeitgerechte Ausstattung der Brigade in Litauen bis 2027.
✅ Wir treffen Vorsorge, falls nicht alle Hersteller die Serienreife erreichen.
✅ Wir beschaffen Systeme mit unterschiedlichen Fähigkeiten, was den „Instrumentenkasten“ unserer Kommandeure erweitert
✅ wir erhöhen unsere Flexibilität und Durchsetzungsfähigkeit bei Gegenmaßnahmen des Gegners (z.B. bei elektronischen Abwehrmaßnahmen).
Grünes Licht: Bundeswehr beschafft Ausrüstung für 810 Millionen Euro
Loitering Munition nicht nur für Panzerbrigade 45
Bewilligt hat das Parlament am 25. Februar 2026 den Abschluss von Rahmenvereinbarungen inklusive Festbeauftragungsanteilen mit zwei Herstellern. Beide Verträge dienen der Beschaffung von Loitering Munition mittlerer Reichweite nebst Ausbildungsmitteln sowie weiterer Peripherie und Dokumentation. Loitering Munition kann in Entfernung zum eigentlichen Einsatzort gestartet werden und wird aus der Ferne geführt. Sie fliegt, gestützt durch verschiedene Arten der Navigation, ins Zielgebiet, wo sie das durch den Nutzer vorgegebene Ziel bekämpft. Sie ist treffsicher, relativ kostengünstig und kann, in entsprechender Anzahl eingesetzt, die feindliche Flugabwehr oder andere Schutzmechanismen überfordern. Zudem ermöglicht sie aufgrund ihrer Reichweite die abstandsfähige Bekämpfung des Gegners.
Die Loitering Munition soll in so genannten „Aufklärungs- und Wirkverbünden“ eingesetzt werden. KI-unterstützt vernetzt ein solcher Verbund die Aufklärung von Zielen mit deren Bekämpfung. So entsteht ein digitales „Nervensystem“, das Ziele erkennt und Informationen ohne Zeitverzug an den menschlichen Bediener weitergibt. Mit den Systemen soll in einem ersten Schritt die Panzerbrigade 45 in Litauen ausgerüstet werden. Die KIKünstliche Intelligenz wird von der Bundeswehr entwickelt und betrieben.
2,4 Milliarden Euro – Bundeswehr will Loitering Munition von Rheinmetall beschaffen
Nachdem die Bundeswehr bereits vor rund einem Monat Beschaffungsverträge für Loitering Munition Systeme mit den beiden Technologie-Start-ups Helsing und STARK geschlossen hat, soll in Kürze auch Rheinmetall mit der Lieferung solcher Systeme aus einem Rahmenvertrag im Wert von bis zu knapp 2,4 Milliarden Euro beauftragt werden.
Gut informierten Kreisen zufolge wurde die dafür notwendige 25-Mio-Vorlage für die Beschaffung der Rheinmetall-Systeme des Typs FV-014 vor Kurzem dem Parlament zur Billigung zugeleitet. Dem Vernehmen nach soll auch der Düsseldorfer Rüstungskonzern – genauso wie die beiden anderen Unternehmen zuvor – in einem ersten Schritt nur eine Festbeauftragung in Höhe von fast 300 Millionen Euro erhalten. Jedoch wird auch diese Festbeauftragung nur dann durch die Bundeswehr realisiert, wenn die Loitering Munition die Qualifikation bis spätestens April 2027 erfolgreich durchlaufen hat. Erst nach Abschluss der Qualifikation würden auch Seriensysteme abgerufen und der Truppe zur Verfügung gestellt werden können. Beobachter gehen davon aus, dass der Beginn der Qualifikation für die Systeme aller Anbieter im Sommer dieses Jahres erfolgen wird.
Es wird zudem erwartet, dass der Haushaltsausschuss im Rahmen seiner Beratung einen ähnlichen Maßgabebeschluss beschließt, wie er es bei der Billigung der 25-Mio-Vorlagen für Helsing und STARK getan hat, hartpunkt berichtete. Der Maßgabebeschluss verlangt vom Verteidigungsministerium, dem Haushaltsausschuss erst eine Bedarfsbegründung, Marktanalyse und Preisprüfung sowie einen Leistungsnachweis der zu beschaffenden Drohnen vorzulegen, bevor weitere Abrufe aus den Rahmenverträgen erfolgen können.
Gut unterrichteten Kreisen zufolge sollen die Hersteller im Rahmen der Festbeauftragung eine unterschiedliche Anzahl an Steuerungssystemen und Strike Drohnen liefern. Helsing soll im Rahmen der rund 270 Millionen Euro Festbeauftragung dem Vernehmen nach u. a. etwa 4.300 Strike-Drohnen des Typs HX-2 liefern. Bei STARK sind es für die gleiche Summe u. a. rund 2.200 Strike-Drohnen des Typs Virtus. Rheinmetall soll für die fast 300 Millionen Euro ca. 2.500 Strike-Drohnen des Typs FV-014 an die Bundeswehr bereitstellen.
Keynote GenLt H. Hübner, Stv. InspH u. Kdr MGO, beim Parlamentarischen Abend des FKH am 14.04.2026
Eingedenk des sich abzeichnenden Kriegsbildes und der RUS Stärke im Bereich Artillerie, ist die Lücke beim indirekten Feuer substantiell aber nur mit Loitering Munition Systemen (LMS) zu schließen. Und hier liegt auch noch erhebliches weiteres Innovationspotential für die Zukunft.
Wir begrüßen daher die Entscheidung des Haushaltausschusses zur Beschaffung der Systeme von Helsing und Stark sowie die morgige Befassung mit dem Rheinmetallsystem .
Nun kommt es für das Heer darauf an: sehr rasch eine erste LMS Batterie für die Brigade 45 einsatzbereit zu machen, eine weitere Batterie für die Panzerbrigade 21 aufzustellen als fortlaufende Versuchseinheit und einen Realisierungsplan zu etablieren für den Aufwuchs fortfolgender Batterien, so dass jedes Artilleriebataillon auf Ebene Brigade und Division mit einer Batterie ausgestattet wird.
Analog gilt es, ein Projekt aufzusetzen, um die Artillerie der Ebene Korps mit einem LMS System großer Reichweite zu rüsten.
Die Ebene Kampftruppenbataillon ist tiefintegriert mit einem System kurzer Reichweite auszustatten, in Ergänzung zu Drohnen.
Hier soll das System URANOS KI ab nächstes Jahr beginnend zunächst in die Brigade 45 und sodann schrittweise in alle Brigaden zulaufen. Damit werden der Ebene Kampftruppenbataillon Sensoriken zur unbemannten bodengestützten und luftgestützten Aufklärung, mit optischen, seismischen und akustischen Detektionsfähigkeiten inklusive Funknetzwerk bereitgestellt. Ab Ende 2027 wird dies um die Fähigkeit Wirkung mit Loitering Munition Systemen kurzer Reichweite erweitert, um Aufklärung und indirekte Wirkung auch auf der unteren taktischen Ebene eng zu verzahnen (Maneouvre follows fires).
Insgesamt ist das Vorgehen iR LMS als Muster zu sehen für künftige Vorhaben, d.h.: Kauf oder Leihe einzelner Systeme zur Testung, Entwicklungs-/Beschaffungsvertrag mit Abbruchmeilensteinen, parallel Aufbau der Truppenstrukturen, die zugleich zur fortgesetzten Testung genutzt werden und ausgebildet sind, wenn die Serie zuläuft.