Medienberichte 2026

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Wehrdienst: Tanner drängt auf rasche Reform, SPÖ abwartend
Einigung bis Sommer „möglich“

SPÖ-Wehrsprecher Robert Laimer, der für die Sozialdemokraten in den Verhandlungsrunden sitzt, will sich in der Koalition zunächst auf eine Strukturreform des Grundwehrdienstes einigen. Dieser müsse neu aufgestellt werden, damit unter anderem „Leerläufe“ im Grundwehrdienst beseitigt werden, sagt Laimer zur „Presse“: „Das steht für uns im Vordergrund.“ Erst wenn das geklärt sei, solle man sich der „Modelldebatte“ widmen. Laimer berichtet von konstruktiven Verhandlungen zur Reform, auch wenn es sich um „Knochenarbeit“ handle: „Warum jetzt hier aber so ein Druck gemacht wird, verstehe ich nicht ganz.“. Eine Einigung bis zum Sommer „halte ich für möglich, aber nicht mehr“.
Als Knackpunkt in den Verhandlungen gilt in der Koalition vor allem die Frage, ob der Zivildienst durch die Reform ebenfalls verlängert werden soll. Tanner sieht das als unabdingbar an. Eine Reform mache nur dann Sinn, wenn neben dem Wehr- oder auch der Zivildienst verlängert werde. Laimer will sich dazu nicht festlegen, diese Frage sei aber „sicher“ eine wesentliche. Es müsse hier auch ein umfassendes Konzept für die „zivile Landesverteidigung“ vorgelegt werden, so der SPÖ-Wehrsprecher: „Das wird ein bisschen eine Zeit brauchen.“
https://www.diepresse.com/20683736/die- ... nst-reform
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Migration rückläufig
Bundesheer wird bald weniger an Grenzen eingesetzt
Kritik an den Plänen, den Assistenzeinsatz an den Grenzen zu reduzieren, kam von der SPÖ Burgenland. „Migration läuft in Wellen, Schlepperrouten verlagern sich rasch“, sagte Klubobmann Roland Fürst. Mit Blick auf den Iran-Krieg sei es „fahrlässig“, den Grenzschutz zurückzufahren. Schließlich könne die Eskalation der Lage zu einer neuen Fluchtbewegung führen.
https://www.krone.at/4080268
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Gegen Volksbefragung
Höchster Offizier in NÖ widerspricht dem Kanzler

https://www.krone.at/4080265
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capitan
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von capitan »

Mobilmachung auf Schiene
Welche Bedeutung die Bahn für das Bundesheer hat
Die Zusammenarbeit zwischen Militär und Bahn wird in Österreich angesichts aktueller Konflikte verstärkt diskutiert

https://www.derstandard.at/story/300000 ... =niewidget
"... Es ist ein gutes Land,....das ist der Fluch von unserm edeln Haus:
Auf halben Wegen und zu halber Tat
Mit halben Mitteln zauderhaft zu streben.
Ja oder nein, hier ist kein Mittelweg...."
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Meinl-Reisinger: „Regimewechsel im Iran von außen ist naives Wunschdenken“
Wird die europäische Weigerung, Kriegsschiffe in die Straße von Hormus zu schicken, die Risse in der transatlantischen Allianz vertiefen?

Österreich ist kein Nato-Mitglied, und ich spreche daher auch nicht für die Nato. Dass das transatlantische Verhältnis brüchig ist, ist nicht erst seit gestern bekannt. Das wissen wir spätestens, seit der US-Präsident Ansprüche auf Grönland gestellt hat, auf Nato-Territorium. Davon abgesehen wollen die Amerikaner, auch US-Demokraten, dass Europa gefälligst selbst für seine Sicherheit sorgt. Deshalb werde ich nicht müde zu sagen, dass sich Europa mit einer Verteidigungsunion auf eigene Beine stellen muss.

Im Zuge des Iran-Kriegs ist auch ein neutrales europäisches Land angegriffen worden, nämlich Zypern.

Auch der neutrale Oman. Man sieht einmal mehr, dass Neutralität nicht schützt.

Diese Botschaft scheint aber noch nicht durchschlagend im Regierungsviertel angekommen zu sein.

Das sehe ich nicht so. Mittlerweile ist auch die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung der Ansicht, dass Neutralität nicht schützt.

Was kann und soll Österreich schützen?

Ein starkes Bundesheer und eine starke Verteidigungsfähigkeit Europas. Wir sind besser geschützt, wenn wir uns in Europa zusammentun. Was ist das große Thema jetzt in den Golfstaaten? Die Abwehr von Raketen und Drohnen. Es war richtig, dass Österreich Skyshield beigetreten ist, übrigens gemeinsam mit der Schweiz.

Sollte Österreich nicht klar definieren, wie es die Beistandsklausel im EU-Vertrag interpretiert? Wir können doch nicht warten, bis ein EU-Partnerland angegriffen wird.

Diese Frage muss zuerst auf europäischer Ebene diskutiert werden. Deutschland, aber auch Österreich haben in den vergangenen Wochen einen Vorstoß unternommen, um den Artikel 42/7 zu operationalisieren und zu klären, was die Beistandsklausel bedeutet. Für Österreich ist völlig klar, dass wir zu Beistand verpflichtet sind. In unserer Verfassung ist glasklar verankert, dass Österreich an der gemeinsamen Verteidigungspolitik Europas mitwirkt. Die FPÖ-Politiker, die mich auf unmöglichste Art als Verfassungsverräterin und Neutralitätsverräterin beschimpfen, mögen bitte einmal einen Blick in die Verfassung werfen. Österreich kann allein schon aufgrund der geografischen Lage einen wesentlichen Beitrag zu europäischem Beistand leisten, und zwar bei der militärischen Mobilität.

Es müsste also im Beistandsfall auf jeden Fall heißen: freie Fahrt und freie Überflüge für Militärtransporte durch Österreich.

Jedenfalls. Und das ist nicht selbstverständlich. In den vergangenen Wochen haben wir zehn Anfragen für Überflugsgenehmigungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg abgelehnt.

Mit welcher Begründung?

Unter Berufung auf die Neutralität.
https://www.diepresse.com/20688471/mein ... nschdenken
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Österreich und die Koalitionen der Verlierer
Atomkraft, Aufrüstung, Mercosur, Emissionshandel: die Bundesregierung stellt sich in mehreren für Österreichs Wohlstand strategisch wichtigen Grundsatzfragen auf die Seite derer, die den Zug der Zeit zu verpassen drohen.
Beim heutigen Treffen des Europäischen Rates in Brüssel sollte es eigentlich um die Zukunft der Wettbewerbsfähigkeit der EU gehen. Eigentlich, denn wie so oft dürfte das aktuelle Geschehen der sorgsamen Planung in die Quere kommen. Nahostkrieg, Energiekrise, das Veto von Ungarn und der Slowakei gegen den 90-Milliarden-Euro-Kredit: da könnte einiges die Tagesordnung durcheinanderwirbeln.

Bundeskanzler Christian Stocker macht bisher bei EU-Gipfeln einen soliden Eindruck. Er beherrscht die Themen inhaltlich, was man nicht von allen seiner Amtsvorgänger sagen kann, und versucht zugleich nicht, über die Brüsseler Bande österreichische Innenpolitik zu spielen, was man auch nicht von allen seiner Amtsvorgänger sagen kann. Die Republik war auf europäischer Chefebene schon wesentlich schlechter vertreten. Und dennoch kann oder will es Stocker nicht abwenden, dass Österreich Mal um Mal in wechselnden Gruppen von Staaten landet, die unzeitgemäße Politik betreibend in der Minderheit landen.
Ähnlich ist es bei der durch Russlands Aggression und Amerikas Abwendung von Europa bedingten größten militärischen Aufrüstung auf dem Kontinent seit 1945. Auch hier gilt: die politische Grundsatzentscheidung, dass Europa sich verstärkt selbst verteidigen muss, zieht industriepolitische Folgen nach sich. 19 Mitgliedstaaten haben Kredite aus dem 150 Milliarden Euro umfassenden Safe-Programm der EU beantragt. Österreich nicht. Eine ernsthafte Debatte über das Verhältnis (oder gar einem möglichen Beitritt) zur Nato ist unmöglich, weil selbst die Neos Angst vor der eigenen Courage haben. Und so bleibt Österreich großteils von den sich neu entwickelnden Wertschöpfungsketten in der europäischen Rüstungsindustrie abgeschnitten. Auch das ist der Preis, den wir für unseren Neutralitätsfetisch bezahlen. Mit dem sind wir in der EU ziemlich allein: nur die Militärmächte Malta, Irland und Zypern sind noch neutral – wobei die Zyprioten binnen Minuten der Nato beitreten würden, wenn die Türkei dies nicht per Veto verhindern würdee.
https://www.diepresse.com/20689666/oest ... -verlierer
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

"Krone" kennt die Favoriten
Oberster Militär: Bundesheer bekommt neuen Chef

https://www.krone.at/4082113
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Die Geschichte der Generalstabschefs: Politik, Zwist und Überraschungen

https://www.diepresse.com/20690901/die- ... raschungen
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

GUTEN MORGEN
Nein zu Abfangjäger | Keine Entschuldigung
Im „Krone“-Interview richtet der rote Minister seiner türkisen Kollegin Klaudia Tanner, die das Verteidigungsressort führt, aus, dass es kein Geld für die Neuanschaffung von Eurofighter-Nachfolgern geben werde. Er sagt: Marterbauer sagt: „Ich sehe keinen Spielraum für zusätzliche Anschaffungen, die über das hinausgehen, was schon vereinbart ist.“ Ein klares Nein zu neuen Abfangjägern für das Bundesheer.
.https://www.krone.at/4083859


Finanzminister lässt Bombe platzen
Doppelbudget bringt uns bald ein neues Sparpaket!
Auch die Nachbeschaffung der Eurofighter wackelt

Am 10. April veröffentlicht das WIFO seine Frühjahresprognose. Daran orientiert sich das Finanzministerium traditionell. „Die Unsicherheit wird aber groß sein und bleiben“, so Marterbauer. Auf einzelne Konsolidierungsvorschläge wollte Marterbauer aber nicht im Detail eingehen. Das werde man koalitionsintern verhandeln. Er erteilt aber den Wünschen aus dem Verteidigungsministerium nach mehreren Milliarden für die Nachfolge der in die Jahre gekommenen Eurofighter eine klare Absage.

Marterbauer: „Ich sehe keinen Spielraum – auch mittelfristig – für zusätzliche Anschaffungen, die über das hinausgehen, was schon vereinbart ist. Zehn Milliarden Euro für eine Kampfjet-Anschaffung ist gleichzeitig die Absage jeder Lohnnebenkostensenkung, die ebenfalls angesagt wird. Das, was im Bundesfinanzrahmengesetz vereinbart wurde, das wird halten, aber ich sehe keinen Spielraum für zusätzliche Milliardenbeträge.“
https://www.krone.at/4080313

  • Keine Zeit für koalitionäre Spielchen (Leitartikel)
    So unterschiedlich die drei Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und Neos auch sind, bei der Strategie für die Neuausrichtung der Landesverteidigung waren sich eigentlich alle ziemlich einig. Die Aufrüstung stand trotz des Sparzwanges außer Streit, nachdem in den vergangenen Jahren das Heer finanziell vernachlässigt worden war. Dass damit auch eine personelle Aufrüstung – sprich eine Verlängerung des Wehrdienstes – einhergehen wird, musste auch allen klar sein.

    Auch wenn das von manchen Parteienvertretern der SPÖ und Neos nicht so gerne in den Mund genommen worden ist. Angesichts der unsicheren Weltlage aber wollte niemand so wirklich offensiv dagegen auftreten.

    Altbekannte politische Taktik

    Grundsätzlich dürfte jedenfalls einer zügigen Befassung mit dem Papier der Expertenkommission, das seit dem 20. Jänner öffentlich ist, nichts im Wege stehen. Darin wird eine Verlängerung des Grundwehrdienstes auf acht Monate vorgeschlagen, wobei nochmals zwei Monate Milizübungen dazukommen. Gleichzeitig sollte der Zivildienst auf zwölf Monate ausgedehnt werden.

    Die politische Realität sieht aber anders aus, wie einer Wortmeldung von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) in der Vorwoche zu entnehmen war. Sie warnt vor einem bewussten Verzögern und verweist darauf, dass die Vorschläge der Expertenkommission bereits mit Beginn des kommenden Jahres umgesetzt werden sollten. Dieser plötzliche Aufruf kommt nicht von ungefähr. Vielmehr ist er die Folge von jenen drei Sitzungen, in denen sich die Regierungsparteien mit dem Wehrdienst und dem Zivildienst befasst haben. Da ist man noch keinen Zentimeter weitergekommen. Die ÖVP will den Vorschlag der Kommission umsetzen, SPÖ und Neos verspüren hingegen wenig Animo, da mitzuziehen. Sowohl beim Wehrdienst als auch beim Zivildienst.

    Das alles hat mittlerweile den Geruch einer altbekannten politischen Taktik: So lange zu verhandeln bis ein Thema wegen Aussichtslosigkeit von der Tagesordnung verschwindet.

    Das kann sich aber weder die Expertenkommission noch die Bevölkerung gefallen lassen. Es werden Entscheidungen erwartet. Ist die türkis-rot-pinke Regierung dazu nicht in der Lage, soll sie das in der Öffentlichkeit klar sagen. Verbunden mit einer klaren Festlegung der drei Parteien, warum sie für oder gegen eine Verlängerung sind und was ihr Gegenvorschlag wäre. Gleichzeitig müssten sie aber auch in der Koalition die Volksbefragung frei geben, die der Bundeskanzler vorgeschlagen hat.

    Dann entscheidet eben die Bevölkerung, wie das Bundesheer in Zukunft aufgestellt sein soll. Wichtig ist, dass das alles rasch passiert. Momentan ist bei diesem Thema ganz einfach kein Platz für politische Spielchen.
    https://kurier.at/meinung/leitartikel/w ... /403143335
theoderich
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Re: Medienberichte 2026

Beitrag von theoderich »

Bundesheer arbeitet an seiner CO2-Bilanz

https://orf.at/stories/3424582/


Ministerin Tanner: „Längerer Zivildienst ist unabdingbar“
In Österreich wird in der Koalition seit Monaten über die Reform der Wehrpflicht diskutiert. Was sind die konkreten Knackpunkte?

Das frage ich mich auch. Am 20. Jänner hat die Expertenkommission sehr klar das „Österreich plus“-Modell für den Grundwehrdienst vorgeschlagen: eine Verlängerung der Wehrpflicht auf acht Monate und dann zwei Monate Milizübungen. Und man darf nicht vergessen: Ganz wichtig ist auch eine Verlängerung des Zivildienstes auf mindestens zwölf Monate. Die Reform ergibt nur einen Sinn, wenn man diesen auch verlängert. Hinter diesem Modell steht die ÖVP.

Aber ist der Knackpunkt bei der Reform, dass die anderen Parteien den ­Zivildienst nicht verlängern wollen?

Das müsste man die anderen Parteien fragen. Wichtig ist: Die Kommission schlägt vor, die Reform mit 1. Jänner 2027 umzusetzen. Daher ist die Entscheidung rasch zu treffen.

Ist die Verlängerung des Zivildienstes aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich?

Sie ist unabdingbar notwendig. Sonst hat das Ganze überhaupt keinen Sinn. Jeder junge Mann kann frei entscheiden, welchen Dienst er ableistet. Der zeitliche Abstand, der zwischen dem Grundwehr- und Zivildienst liegt, spielt dabei sehr wohl eine Rolle.

Als Kompromiss steht ein „6 plus 2“-Modell mit einem sechsmonatigen Wehrdienst und zwei Monaten Milizübungen im Raum. Halten Sie das für möglich?

In der Wehrdienstkommission waren von der Wirtschaft über die Jugendvertretungen bis zum Finanzministerium alle einbezogen. Die Kommission hat ein Papier erstellt, das auf Fakten beruht und klar das „Österreich plus“-Modell vorschlägt: Es ist schnell umsetzbar und auch das finanziell günstigste.

Auch das ist nicht mehr verhandelbar?

Ich weiß nicht, warum man eine Kommission einsetzt, die sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt – und dann sagt man als Parteipolitiker, man ignoriert das Papier und macht sich etwas anderes aus. Das verstehe ich nicht.

Aber wie soll da noch eine Einigung gelingen? SPÖ und Neos wollen dieses Modell und einen längeren Zivildienst ja offenbar eher nicht.

Das habe ich öffentlich nicht gehört. Daher ist auch meine Bitte, dass die Parteien hier Farbe bekennen und sich im Sinne der Sicherheit hinter das vorgeschlagene Modell stellen. Wenn es ein Nein ist, müssen sie das auch begründen. Ich bin aber zuversichtlich: Wir haben eine Einigung ja auch im Bereich des Militärbudgets geschafft, hinter die sich alle Parteien gestellt haben.

Warum ist der ÖVP diese Reform jetzt so wichtig? Unter Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) wurde die Wiedereinführung der Pflicht-Milizübungen abgelehnt. Sie haben im Mai 2025 in einem Interview gesagt, Sie wollten sich nicht konkret festlegen, da Sie auch auf die Wirtschaft schauen müssten. Warum ist es jetzt so wichtig?

Die Lage ist eine gänzlich veränderte.

Den Ukraine-Krieg gab es damals aber auch schon länger und Trump war auch schon wieder US-Präsident.

Aber denken wir an den Nahen Osten. Und in dieser Wehrdienstkommission waren nun auch Vertreter der Wirtschaft und Industrie mit dabei. Das ist entscheidend. Es handelt sich auch nicht um ein Papier, das die ÖVP „will“: Es wurde von Experten aufgrund der veränderten Lage – von der Sicherheitslage über neue Waffensysteme – nach monatelangen Diskussionen erstellt.

Ist eine Volksbefragung zur Wehrpflicht-Reform zwingend erforderlich?

Wir brauchen eine breite Basis und das Verständnis der Bevölkerung. Für die Verlängerung des Zivildienstes brauchen wir auch eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Es ist also gut, wenn die Menschen dahinterstehen. Mir wäre es am liebsten, wenn sich alle Parteien in einem breiten Schulterschluss möglichst rasch hinter das Expertenpapier stellen. Und eines muss man schon sagen: Die Ankündigung einer Volksbefragung hat überhaupt erst wieder Bewegung in die Sache hineingebracht.

Für das Doppelbudget 2027/2028 ste­hen in diesen Wochen die Ver­hand­lungen auch für das Verteidigungsministerium bevor. Wie viel Geld braucht das Bundesheer für seine Aufrüstung?

Wir haben einen klaren Plan – und die Budgetgespräche laufen bereits. Wir führen diese Verhandlungen nicht über die Medien. Wichtig ist, dass wir auch die Sonderfinanzierungen, die wir in der Frage der Eurofighter-Nachfolge brauchen, mit hineinnehmen.

Bis 2032 soll das Militärbudget ja auf zwei Prozent des BIPs anwachsen. Bei einem graduellen Anstieg müsste das Budget für 2027 6,2 Milliarden Euro und für 2028 6,9 Milliarden Euro betragen. Ist das der Richtwert, mit dem Sie in die Verhandlungen gehen?

Der Richtwert ist auf jeden Fall, dass wir diesen Pfad erreichen müssen: zwei Prozent im Jahr 2032. Das ist mit dem ­Finanzministerium zu verhandeln. Ich habe aber keinen Grund, daran zu zweifeln, dass wir dieses Ziel erreichen. Es ist nicht nur im Regierungsprogramm festgeschrieben, sondern auch in einem Ministerratsvortrag festgehalten.

Und die Finanzierung der Eurofighter-Nachfolge soll in diesem Doppelbudget im Rahmen eines Budget-Begleitgesetzes gesichert werden?

Es ist richtig, dass man dafür eine Sonderfinanzierung und ein Budget-Begleitgesetz braucht.

Aber ist das das Ziel?

Es ist das Ziel, dass wir in dieser Legis­laturperiode jedenfalls eine Entscheidung treffen können. Es wäre besser, wenn wir im Laufe dieses Jahres auf den Markt treten könnten. Wichtig ist, dass keine Lücke entsteht. Der Krieg im Nahen Osten zeigt, wie wichtig die Luftverteidigung ist.

Wenn man die Finanzierung nicht im Doppelbudget klärt, müsste das ins Budget 2029 gepackt werden – dann fällt das Ganze wohl in den Wahlkampf und man hätte wieder eine Kampfjet­debatte: Wäre das nicht ungünstig?

Je früher wir diese Sonderfinanzierung schaffen, umso besser. Ich glaube, dass die Österreicherinnen und Österreicher wissen, wie notwendig die Luftverteidigung ist. Man sieht das in jeder Umfrage: Mehr als die Hälfte steht immer dahinter, dass das Bundesheer mehr Mittel bekommen soll.

Wenn es dieses Sonderbudget jetzt nicht gibt, kann man dann überhaupt effektiv die Nachfolge weiter betreiben? Herr Generalleutnant Bruno Hofbauer, Planungschef des Bundesheers, sagte jüngst, man brauche eine gesetzliche Grundlage, um auf den Markt zu treten.

Das technische System der Eurofighter besteht noch bis 2035. Es ist also noch etwas Zeit. Aber natürlich hat unser Planungschef recht: Je früher wir die Zusagen bekommen, umso besser ist es.

Infolge des Iran-Kriegs drängt Zypern in die Nato. In Österreich forderte Walter Feichtinger, Ex-Brigadier und stellvertretender Vorsitzender der Wehrdienstkommission, im „Standard“-Interview eine Neutralitätsdebatte. Österreichs Position sei weder „logisch noch stringent“. Was sagen Sie dazu?

Wenn in der Zeit, in der Herr Feichtinger und andere Verantwortung getragen haben, mehr passiert wäre, wären vielleicht keine Lücken in dem einen oder anderen Bereich entstanden. Unsere Neutralität ist in der Verfassung festgeschrieben. Österreichs Bevölkerung steht auch hinter der Neutralität: Ich halte es für falsch, gegen das, was die Menschen wollen, zu agieren. Es tut mir in diesen Debatten auch weh, wenn Österreich fälschlicherweise als Trittbrettfahrer bezeichnet wird. Unsere Soldaten sind weltweit bei friedenserhaltenden Missionen im Einsatz. Die Soldaten unseres Unifil-Kontingents im Libanon (Bundesheer-Soldaten sind dort im Rahmen der Mission der Vereinten Nationen im Einsatz, Anm.) sitzen derzeit stundenlang in Schutzräumen. Österreich ist sicher kein Trittbrettfahrer.

Generalstabschef Rudolf Striedinger sagte jüngst bei einem Vortrag: „In dieser derzeitigen Situation, in der wir uns jetzt und heute befinden, spielt Neutralität für mich als Militär und für das Bundesheer de facto keine Rolle. Weil wem gegenüber sollen wir jetzt neutral sein?“ Er verwies dabei auch auf die engen Kooperationen, die Österreich ohnehin schon mit der Nato pflege. Teilen Sie diese Sicht?

Das Wichtigste ist, dass wir unsere Neutralität verteidigen können müssen – mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, so wie es in der Verfassung vorgesehen ist. Da haben wir noch genug zu tun – der Aufbauplan geht bis 2032.

Aber sind wir etwa durch die Partnerschaften mit der Nato nicht schon viel enger an den Westen gebunden als gemeinhin vielleicht angenommen wird?

Die Partnerschaften, die wir auch mit der Nato haben, sind sinnvoll. Eine Neutralitätsdebatte halte ich aber gerade zum jetzigen Zeitpunkt für verfehlt. Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen, auch bei personellen Fragen. Alle anderen Staaten beneiden uns um unsere Wehrpflicht, versuchen sie einzuführen und müssen dann, wie in Deutschland, Konstrukte wie eine „freiwillige Pflicht“ erfinden.

Diskutiert wird in Europa, wie die EU-Beistandsklausel im Kriegsfall ausgelegt werden soll. Gibt es hier auch in der Bundesregierung Überlegungen, wie man damit umgehen soll? Außenministerin Beate Meinl-Reisinger meinte, Österreich sollte im Beistandsfall jedenfalls freie Fahrt und Überflüge für Militärtransporte erlauben.

Wir haben sehr klare Regeln zur Beistandspflicht mit dem Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags. Das Truppenaufenthaltsgesetz enthält klare Regeln für Überflüge und Militärtransporte. Diese sind schlichtweg einzuhalten. Es kann dann auch zu Untersagungen kommen, was auch derzeit im Iran-Krieg passiert ist. Das Verteidigungsministerium hat hier ein Anhörungsrecht.

Die militärischen Nachrichtendienste wollen seit geraumer Zeit mehr Befugnisse. Im September 2025 haben Sie angekündigt, dass ein fertiger Gesetzestext in der Koalition in der Koordinierung sei. Wie ist der Stand der Reform?

Es geht um Änderungen im Militärbefugnisgesetz, damit man technisch auf der Höhe der Zeit ist. Es soll möglich sein, unter strenger Reglementierung auch in fremde Computersysteme eindringen zu können, um frühzeitig allfällige Gefahren erkennen zu können. Die Verhandlungen laufen. Auch hier würde ich mir wünschen, dass wir bald zu einer Einigung kommen.

Wann könnte das in Kraft treten?

Ich hoffe, so bald wie möglich.

Gibt es da Skepsis von den Koalitionspartnern?

Da müssten Sie nachfragen, wo die liegt.
https://www.diepresse.com/20694249/vert ... nabdingbar
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