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| Die Planungen für die Zukunft der Jetpilotenausbildung in Österreich haben längst begonnen. Die angestellten Überlegungen reichen vom Nachrüsten der Saab 105 Oe Flotte, über die Ausgliederung eines möglichst großen Teils der Jetpilotenausbildung an das Ausland, bis hin zur Beschaffung eines neuen Jettrainers - und natürlich werden auch Kombinationen dieser Varianten geprüft. Der derzeit als Jettrainer verwendete Typ Saab 105 Oe ist ein Entwurf der 1960er Jahre und nicht geeignet, Piloten für den späteren Umstieg auf den Eurofighter Typhoon auszubilden. Darüber hinaus haben die in den Jahren 1970 bis 1972 ausgelieferten Maschinen bereits jeweils 4.000 bis 4.500 Flugstunden hinter sich und erreichen das Ende ihrer Lebensdauer. Von den ehemals 40 beschafften Flugzeugen sind nur mehr 28 Maschinen vorhanden. Da für selten gewordene Ersatzteile einzelne Maschinen bereits kannibalisiert wurden, sind trotz Dauereinsatz der Techniker zeitweise nur mehr 6 bis 8 Maschinen tatsächlich flugtauglich - und das zu erheblich gestiegenen Betriebskosten. Rund 50 Wartungsstunden sind bereits für eine Flugstunde notwendig. |
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| © Eurofighter | Das Saab 105 Cockpit (oben) mit seinen analogen
Instrumenten. Die Flugsteuerung erfolgt noch nicht nach dem heute üblichen
HOTAS-Prinzip (Hands On Throttle And Stick - "Hände an Schubregler und
Steuerknüppel"). Zum Vergleich links oben das mit mehreren Multifunktionsbildschirmen ausgestattete "Glascockpit" des Eurofighter Typhoon. © Doppeladler.com |
| Ein mögliches Nachrüsten von 16 bis 22 Saab 105 Oe mit zeitgemäßen Glascockpits und anderen Avionik-Komponenten macht die Flugzeuge nicht jünger und verbessert auch nicht die Ersatzteillage. Für die Kosten eines tiefer greifenden, gründlicheren Update-Programms würde man schon einige wenige moderne Maschinen bekommen. Für das Nachrüsten der Saab 105 gibt es konkrete Angebote aus der Industrie. Die Kosten für das "kleine Paket" liegen bei etwa 2,5 Mio. Euro pro Maschine. Aufgrund des geringen Bedarfs an auszubildenden Jetpiloten wäre die vollständige Auslagerung der Jetpilotenausbildung an eine "Partner-Luftwaffe" oder an ein internationales Trainingsprogramm denkbar. Bereits heute, wo viele der Piloten auf den Überschall-Jets Saab Draken und F-5 Erfahrungen sammeln konnten, muss durch den nicht nachvollziebaren Verzicht auf eigene Typhoon-Doppelsitzer zumindest die "Type Conversion" (Einschulung in den Eurofighter) bei der Deutschen Luftwaffe in Laage durchgeführt werden. |
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BAE Systems Hawk 115 CT der NFTC. Seit Juni 2007 trainieren auch Österreicher
in Kanada. Berührungsängste mit diesem NATO-Programm gibt
es offenbar keine. |
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| Seit Juni 2007 hat sich Österreich beim NATO Flying Training in Canada (NFTC) eingekauft. In Kanada ist es möglich, die Grundausbildung auf dem Propellerflugzeug "Harvard II" sowie die Düsengrundschulung bis zur taktischen Ausbildung auf der BAE Systems Hawk 115 CT durchzuführen. Für die Zukunft hofft man auf das AEJPT (Advanced European Jet Pilot Training) - Programm, das eine gemeinsame Ausbildungsstruktur für europäische Jetpiloten zum Ziel hat. Österreich ist Projektpartner. Doch AEJPT kommt nicht in Schwung und die Realisierung ist noch nicht gesichert. Auch in anderen Staaten gibt es Pläne für internationale Ausbildungslehrgänge. Angesehen hat man sich z.B. die spanische Talavera European Fighter School (TEFS), wo auf modernisierten F-5M geflogen wird. Finnland plant ein Nordic Pilot Training Centre. "Unterkriechen" könnte man eventuell auch bei der italienischen Luftwaffe. Natürlich heisst Auslagerung auch Verlust an militärischen Kapazitäten (auch ein Strahltrainer kann in Konfliktsituationen eingesetzt werden) und an hochqualifizierten Arbeitsplätzen im Inland. Das Bundesheer benötigt Unterschall-Jets jedoch nicht nur zu Ausbildungszwecken. Die Flugzeuge sollen auch als Abfangjäger im unteren Geschwindigkeitsbereich ("Hilfsjäger"), vor allem bei den Luftraumsicherungsoperationen für Großereignisse (Fussball-EM, Staatsbesuch etc.) zum Einsatz kommen. Das Einsatzkonzept sieht einen gestaffelten Einsatz verschiedener Muster vor: Hubschrauber schützen den Nahbereich, propeller- getriebene PC-7 werden auf langsame bzw. niedrig fliegende Ziele angesetzt und die Eurofighter auf schnelle bzw. sehr hoch fliegende Ziele. Die Fähigkeitslücke zwischen PC-7 und Eurofighter wird derzeit durch mit Maschinenkanonen bewaffnete Saab 105 geschlossen. Dieses System hat sich hervorragend bewährt und die Erfahrung zeigt, dass bei Luftraumsicherungen gerade die PC-7 und Saab 105 die Hauptlast zu tragen haben. Berücksichtigt werden sollte auch noch die Möglichkeit, dass den Typhoons - wie in Friedenszeiten üblich - aufgrund eines technischen Problems ungeklärter Ursache ein befristetes Startverbot auferlegt werden könnten und in dieser Zeit ein zweiter bewaffneter Jet zur Verfügung stehen sollte. |
| Saab 105 Oe mit zwei 30mm Maschinenkanonen
- Pods unter den Tragflächen. Im scharfen Schuss wird kaum noch geübt,
denn der Rückstoß der Kanonen macht die Waffe für den
alters- schwachen Jet bald ebenso gefährlich wie für das Ziel.
Das Foto rechts wurde während der Luftraumsicher- ungsoperation für
das World Economic Forum 2005 aufgenommen. © Andreas Stöckl |
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![]() © Alenia Aermacchi |
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Die MB-339 ist weltweit als Jettrainer und leichtes
Kampfflugzeug im Einsatz. Der Erstflug fand bereits am 12.08.1976 statt,
doch die modernsten CD und FD Versionen verfügen über moderne
Avionik und Glascockpit. Bekannt ist das Flugzeug durch seine hohe Wendigkeit,
die auch vom italienischen Kunstflugteam Frecce Tricolori sehr geschätzt
wird. Die MB-339 dürfte sowohl (noch) fabrikneu als auch gebraucht
und aufgerüstet erhältlich. Malaysia hat Ende 2006
für 8 fabrikneue MB-339CM (ähnlich CD) etwa 88,7 Mio Euro
bezahlt - inkl. Ersatzteile, Bodengerät und diverse Dienstleistungen. |
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![]() © Alenia Aermacchi |
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Die M-346 ist eine Neuentwicklung von Alenia Aermacchi
und mit fortschrittlichster Fly-by-Wire Technik und Avionik zur Ausbildung
von Piloten für die modernste Jet-Generation gedacht. Die M-346 soll
dank mehrfach redundanter Systeme und zwei leistungsstarken Triebwerken
besonders sicher sein. Die M-346 ist von den hier vorgestellten Kandidaten
jenes Flugzeug, das am ehesten an Look & Feel eines Eurofighters heranreicht.
Das internationale Interesse ist entsprechend groß, bislang haben die
Vereinigten Arabischen Emirate 48 Maschinen und Italien 14 Maschinen
bestellt. Italiens Luftwaffe wird mit dem Jet Typhoon und F-35 Piloten
ausbilden. Eine Entscheidung für die M-346 dürfte aufgrund
des Programmstands eventuell eine Übergangslösung, z.B. die
MB-339 aus gleichem Hause, notwendig machen. Auf Wunsch kann
die M-346 mit Bordradar ausgerüstet werden, was sie fü das
Bundesheer zusätzlich zu einem interessanten "Hilfsjäger"
werden lässt. |
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![]() © Royal Air Force |
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Die Hawk ist der erfolgreichste westliche Jettrainer.
Der Typ wird seit Mitte der 1970er Jahre produziert, wurde ständig
an den technologischen Fortschritt angepasst und befindet sich immer
noch in Auslieferung - derzeit als Mk 128 an Großbritannien (Trainer
für Eurofighter-Piloten) und als Mk 132 an Indien mit moderner
Avionik und Glascockpit. Die Hawk, die auch als Flugzeug der Kunstflugstaffel
Red Arrows bekannt ist, ist je nach Variante sowohl fabrikneu als auch
gebraucht und aufgerüstet erhältlich. |
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![]() © Aero Vodochody |
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Die L-159 ist eine Weiterentwicklung der L-39 Albatros
mit westlichem Triebwerk, westlicher Avionik und Glascockpit. Der Typ
ist derzeit nur in geringer Anzahl in Tschechien im Einsatz. Die L-159T1
entsteht durch den Umbau überzähliger einsitziger L-159A der
tschechischen Luftwaffe und ist daher besonders günstig zu haben.
Bolivien hat bereits zugeschlagen und sechs dieser "vorgefertigten"
Maschinen bestellt. Dennoch ist die Gefahr gegeben, eine Insellösung
anzuschaffen, sollten keine nennenswerten Exportaufträge folgen.
Die grundsätzlich baugleiche aber einsitzige L-159A ist u.a. mit
Bordradar ausgestattet und wäre eine interessante Eurofighter-Ergänzung
bei der Luftraumsicherung. |
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Natürlich gibt es auch andere Kandidaten, die die Anforderungen
erfüllen würden. |
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