FlyOut der F-5E Tiger II am 30. Juni 2008 Ein Bericht von Erich Strobl.

FlyOut am 30.06.2008. Die ersten vier F-5E verlassen, eskortiert von 2 Eurofighter Typhoon, Österreich.
An jenem Tag wurde die österreichische F-5E Tiger Flotte außer Dienst gestellt und die Typhoons übernahmen mit 1. Juli 2008 die Luftraumüberwachung.


Fotos: © Erich Strobl
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Mit einem militärischen Festakt auf dem Fliegerhorst Nittner in Graz Thalerhof endeten am 30. Juni 2008 offiziell vier Jahre Flugbetrieb mit der F-5E Tiger II beim österreichischen Bundesheer. Mit dem Angebot, zwölf F-5 Jets der Schweizer Luftwaffe für vier oder bei Bedarf auch mehr Jahre an die österreichischen Luftstreitkräfte zu vermieten, hatte der Schweizer Bundesrat Samuel Schmid im Februar 2004 seinem österreichischen Amtskollegen Verteidigungsminister Günter Platter aus einer prekären Situation geholfen. Die Saab Draken hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und konnten nicht mehr länger flugfähig gehalten werden. Eurofighter war nicht in der Lage, die in der Ausschreibung zur Jagdflugzeugbeschaffung geforderte typengleiche Zwischenlösung bis zur Verfügbarkeit der von Österreich georderten Typhoons zu stellen. Innerhalb weniger Wochen war das Projekt "Aquila" geboren.
 
Das Projekt "Aquila"

Northrop F-5E Tiger II mit der Kennung J-3030.
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Der Vertrag sah die Vermietung von zwölf Maschinen F-5E Tiger II der Schweizer Luftwaffe an Österreich auf die Dauer von vier Jahren, die Umschulung der Piloten und Techniker, Betriebsmittel sowie Logistik-Support vor. Die Kosten waren mit 69,21 Mio. € veranschlagt. Bereits im Juli 2004 landeten die ersten Tiger bei der 2. Staffel des Überwachungsgeschwaders (ÜG) am Fliegerhorst Nittner in Graz-Thalerhof.

Insgesamt wurden achtzehn Piloten und 63 Techniker auf die F-5 umgeschult. Für Draken-Piloten dauerte die Umschulung fünf Wochen, für Saab 105-Piloten acht Wochen. Die F-5-Ausbildung fand in Dübendorf und in Sion (Schweiz) statt. Im Rahmen ihrer Ausbildung absolvierten alle Piloten auch Scharfschießen in den Verfahren Luft-Boden und Luft-Luft (Sion 2005). Das letzte Trainings-Scharfschießen Luft-Boden fand im Mai 2008 auf dem Truppenübungsplatz Allensteig (Ö) statt.
 

Im Einsatz bei den österreichischen Luftstreitkräften
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J-3033 beim Laden der 20mm Bordkanonen. Während des Besuchs von US-Präsident Bush in Österreich befanden sich fast ständig F-5E in der Luft. Hier landet die mit 2 Lenkwaffen AIM-9P5 Sidewinder bewaffnete J-3014 nach einer CAP.
 
Die Übernahme der QRA (Quick Reaction Alert) erfolgte am 1. Juli 2005. Für die EB (Einsatzbereitschaft) - so die österreichische Bezeichnung für die QRA - wurden die Tiger mit zwei, fallweise auch nur mit einer, Luft-Luft-Lenkwaffen AIM-9 P5 "Sidewinder" bewaffnet sowie die zwei M-39A 20mm-Bordkanonen mit jeweils 280 Schuss scharf aufmunitioniert. Die EB wurde mit der Alarmrotte sowie einer Ersatzmaschine jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gestellt, bei Bedarf und abhängig von einer höheren Bedrohungslage auch während der Nachtstunden. Parallel zur Sicherung des Luftraums wurde mit den Tigern sowohl das Basic flight training als auch das taktische Flugtraining bis hin zu Luftkämpfen 2 vs. 2 durchgeführt.
Der Flugbetrieb mit dem Tiger verlief im wesentlichen problemlos, auch die am 18. Juli 2007 bei einer Landung mit eingezogenem Fahrwerk beschädigte F-5 konnte repariert und wieder in Dienst gestellt werden. Bundesrat Schmid und Minister Darabos lobten in ihren Ansprachen die gute Zusammenarbeit sowohl beim Projekt "Aquila" als auch während der EURO 08.
Die von der Schweizer Luftwaffe geleasten F-5E flogen während der Fußball-EM ihre letzten Einsätze im Dienste der Luftraumüberwachung. Sie waren dabei rund 70 Stunden in der Luft. Etwas mehr als acht Stunden patrouillierten die Tiger zusätzlich an der Grenze zu Slowenien, als der scheidende US-Präsident dem Nachbarland seinen Abschiedsbesuch abstattete.
 

Flightline in Graz.
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J-3065 in typischer QRA-
Konfiguration: Mit scharfen Bordkanonen und mit einer Sidewinder Lenkwaffe bewaffnet sowie mit einem Zusatztank ausgerüstet. Der Tank ist mit "Call 121,5 MHz" beschriftet, der internationalen "GUARD-Frequenz".
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Das Ende

30.06.2008 - die ersten vier F-5E werden an die Schweiz retourniert. Bis 24.07.2008 wurden alle zwölf Tiger überstellt.
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Am späten Nachmittag des 30. Juni startete letztmalig eine Tiger-Rotte von Graz-Thalerhof aus zu einem Patrouillenflug. Gesteuert wurden die Flugzeuge von Hptm. Andreas Huemer und Hptm. Georg Unzeitig. Schon um 10:45 Uhr waren vier Tiger aufgestiegen, um von zwei Eurofightern bis an die Staatsgrenze eskortiert von österreichischen Piloten auf den Schweizer Militärflugplatz Payerne überstellt zu werden.
 
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© STWm Zinner
In den vier Österreich-Jahren flogen die zwölf Tiger auf die Minute genau 5.000 Stunden, der durchschnittliche Klarstand lag bei 66%. Die verbliebenen acht Flugzeuge wurden bis 24. Juli 2008 zurückgeflogen, Lenkwaffen und Munition mit der C-130 in die Schweiz transportiert. Das restliche Material folgt bis Ende Oktober auf dem Landweg.
Die Aufgaben der Tiger übernimmt rund elf Monate nach Ankunft der ersten Maschine in Österreich der Eurofighter. Neun Flugzeuge sind derzeit verfügbar. Die Maschinen flogen während der EURO 08 einsatzmäßig 18,5 Stunden, ohne fix in das LRÜ-Szenario eingebunden zu sein. Für die Piloten war der EURO-Einsatz eine letzte Möglichkeit, realitätsnah die Einsatzbereitschaft für die Übernahme der QRA (Quick Reaction Alert) mit 1. Juli 2008 zu überprüfen.

 
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NORTHROP F-5E TIGER II

 


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